Asbest im Siegburger Rathaus. Keine akute Gefährdung

Vor der geplanten Sanierung : Gutachter finden Asbest in Spachtelmasse des Siegburger Rathauses

Im Siegburger Rathaus haben Gutachter bei Untersuchungen auf Schadstoff Asbest gefunden. Eine konkrete Gefährdung liegt nach den Experten jedoch nicht vor.

Bei den im Vorfeld der anstehenden Sanierung durchgeführten Schadstoffuntersuchungen im Siegburger Rathaus haben die Gutachter sogenanntes PSF-Asbest in einigen Spachtelmassen festgestellt. Das teilte die Verwaltung am Donnerstagabend im Rat mit. Dabei handele es sich um Asbest, das in den 60er und 70er-Jahren stark verdünnt in Putzen, Spachtelmassen und Fliesenkleber verwendet wurde. „Es war erst durch eine inzwischen verfeinerte Analytik nachweisbar“, erklärte die Technische Beigeordnete Barbara Guckelsberger mit Blick auf das 2013 erstellte Schadstoffkataster für das Rathaus. Damals war kein belastetes Material gefunden worden.

Laut Verwaltung sieht der beauftragte Gutachter keine konkrete Gefährdung, da die verwendeten Materialien unter den Begriff „gebundenes Asbest“ fallen. Gleichwohl rät der Experte, kleinere Instandhaltungsarbeiten, insbesondere Bohrarbeiten nur noch durch Fachkräfte und unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen durchzuführen.

Erhöhte Kosten befürchtet

„Der Asbest-Fund ist der Hammer“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Becker. Er befürchte, dass er erhebliche zeitliche wie finanzielle Auswirkungen auf die Rathaussanierung haben werde. Die hätte es auch bei einem Abriss und Neubau des Rathauses gegeben, hielten die Grünen dagegen. „Die Frage nach der Entsorgung entstünde auch bei einem Abriss des Rathauses“, bestätigte auch Barbara Guckelsberger. „Zum Glück kennen wir die Problematik jetzt und können nun reagieren.“ Daher soll nun zeitnah ein weiterer Schadstoffsachverständigen beauftragt werden – zur Verifizierung der aktuellen Untersuchungsergebnisse aus verschiedenen Probenentnahmen an Decken und Wänden. „Und um sicherzustellen, dass die Einschätzung, dass von den Befunden keine Gefahr für die Nutzer des Rathauses ausgeht, nicht auf einer Mindermeinung basiert“, so die Verwaltung.