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Selbstverwaltetes Jugendzentrum Siegburg: Anwohner beschweren sich zunehmend über Lärm

Selbstverwaltetes Jugendzentrum Siegburg : Anwohner beschweren sich zunehmend über Lärm

Eigentlich fing im Sommer alles gut an. Das selbstverwaltete Jugendzentrum (SJZ) fand in der alten Hauptschule Im Haufeld ein neues Zuhause, nachdem die alten Räumlichkeiten in der Heinrichstraße einem Pflegeheim weichen mussten.

Ein Nachbarschaftsgrillen sorgte für die ersten Kontakte. Doch nun führten zunehmende Beschwerden der Anwohner wegen lauter Musik zu einem Einschreiten der Stadt. Selbst von einer Schließung des seit fast 20 Jahren bestehenden SJZ soll die Rede gewesen sein. Bisheriger Höhepunkt: eine Demonstration zum Erhalt des Jugendzentrums kurz vor Weihnachten in der Siegburger Innenstadt.

"Uns war von Anfang an klar, dass wir hier Probleme mit dem Lärmschutz bekommen und haben dies der Stadt auch mitgeteilt", sagt ein Mitarbeiter des SJZ, der namentlich nicht genannt werden möchte. Die Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) führte als Ausgleich für die Zwangsumsiedlung zahlreiche Umbaumaßnahmen in den neuen Räumen durch, Fenster wurden aus Lärmschutzgründen von innen mit Betonsteinen zugemauert. Dass dies wohl nicht ausreicht, zeigen die neuesten Beschwerden der Anwohner.

"Gerade im Dezember ist es vermehrt zu Lärmbelästigungen gekommen", sagt Wolfgang Hohn, Sprecher der Stadt. Der Bass aus der Musikanlage sei bis in die frühen Morgenstunden nach außen gedrungen. "Wir haben uns dann mit den Jugendlichen zusammengesetzt, um dieses Problem zu lösen", so Hohn weiter.

"Wörtlich sagte man uns, dass man den Laden bei der nächsten Beschwerde dicht machen würde", so der 22-jährige Mitarbeiter. Das habe man als massive Drohung aufgefasst. Es fehle die Unterstützung der Stadt, stattdessen werde auf die Jugendlichen eingeschlagen. "Um eine Schließung des SJZ ging es zu keinem Zeitpunkt", widerspricht Hohn. Stattdessen habe man den Jugendlichen mitgeteilt, dass sie sich für das Problem der Lärmbelästigung etwas überlegen sollen.

"Es ist klar, dass die Lärmschutzmaßnahmen noch immer nicht ausreichen und die Stadt diese erweitern muss", heißt es von SJZ-Seite aus. Wolfgang Hohn sieht das jedoch anders: "Wir sind derzeit der Auffassung, dass die AöR ihren baulichen Pflichten gänzlich nachgekommen ist."

Weitere Gespräche sind nun geplant. "Wir müssen das Problem gemeinsam lösen", sagt Hohn. Auch die Stadtratsfraktion "Sozial Liberale Bürger - Die Linke" sieht die Stadt nun in der Pflicht. "Die Kosten für eine Lärmdämmung sollten keine Rolle spielen, den unglücklichen Einstieg der Jugendlichen hat nicht das SJZ zu verantworten", sagt Geschäftsführerin Margret Werner.