38. Ausgabe: Abschlussfeuerwerk beim Siegburger Stadtfest fällt aus

38. Ausgabe : Abschlussfeuerwerk beim Siegburger Stadtfest fällt aus

Für viele Menschen in der Region ist es ein fixer Termin Ende August: Das Siegburger Stadtfest. Wie die Stadt mitteilte, fällt das große Abschlussfeuerwerk am Sonntag allerdings aus.

Noch bis zum Sonntagabend ist die Siegburger Fußgängerzone von der Kaiserstraße bis zum S-Carré Feierzone mit vier Bühnen, zahlreichen Schaustellern und Ausstellern – allerdings ohne das große Abschlussfeuerwerk.

Wie die Stadt Siegburg am Sonntag mitteilte, haben „lange gemeinsame Überlegungen“ des lokalen Verkehrsvereins, der Stadt, der Feuerwehr und der WECO Feuerwerk GmbH zu der „einvernehmlichen Entscheidung geführt“, dass das Abschlussfeuerwerk des diesjährigen Stadtfestes nicht stattfinden kann.

Eine Untersuchung vor Ort habe ergeben, dass Bäume, Laub sowie Büsche und Gras an den Hängen des Michaelsberges noch extrem trocken sind und die Brandgefahr zu groß sei. Man könne die Verantwortung für eine Durchführung des Feuerwerks nicht tragen, hieß in einer Stellungnahme weiter.

Fassanstich mit Bier-Fontäne

Mit dem Fassanstich hatte am Freitagabend das Siegburger Stadtfest begonnen. Bürgermeister Franz Huhn und Sissis Vassiliadis, zweiter Vorsitzender des Siegburger Verkehrsvereins, eröffneten die 38. Ausgabe der Traditionsveranstaltung vor der Hauptbühne. Vassiliadis stand beim Fassanstich etwas ungünstig: So erwischte ihn frontal eine Bier-Fontaine, als Huhn auf das Fass einhämmerte.

Die anwesenden Ratsvertreter blieben verschont. Zum feuchtfröhlichen Auftakt der Drei-Tages-Party hatten sich wieder zahlreiche Besucher auf dem Markt eingefunden. Das Musikprogramm startete danach mit der RSW Band, die deutschsprachige Rockmusik á la BAP, Westernhagen und Lindenberg zum Besten gab.

Kirmes, Kölsch und Karneval

Tausende sind am Wochenende in die Kreisstadt gekommen, um wie in den Jahren zuvor eine riesige Open-Air-Party mit Kirmes zu feiern. Besondere Höhepunkte gab es nicht, der Siegburger Verkehrsverein als Veranstalter hatte wieder auf bewährte Zutaten gesetzt. Bei der musikalischen Unterhaltung hieß das: etwas Rock und Pop, etwas Schlager und ganz viel kölsche Mundart.

Allerdings war die Auswahl und das musikalische Niveau der Künstler im Vergleich zum Vorjahr besser, der Mix abwechslungsreicher, wobei am Samstag außer dem Schlagerduo „Pures Glück“ mit den „Funky Marys“, „Kuhl un de Gäng“, „Pläsier“ und „Lupo“ ausschließlich kölsche Bands für Stimmung wie im Karneval sorgten.

Auf der Gemeinschaftsbühne der Husaren Grün-Weiss und Husaren Schwarz-Weiss, die sich in diesem Jahr erstmals zusammengetan hatten, dominierten ebenfalls Kölner Künstler. Den Besuchern gefiel es. Textsicher sangen sie jedes Lied mit, schunkelten und waren glücklich – bei den Husaren und auf dem Markt. „Das ist zwar nicht unbedingt meine Musik, aber beim Stadtfest gehört sie dazu“, meinte Rainer Gerdes, der „mit einem Kumpel gekommen“ war. Wer es eher ruhiger mochte, genoss im Weindorf auf dem Allianzparkplatz einen guten Tropfen.

Wenig Verständnis für Ramschprodukte und Automeile

„Feiern, Flanieren, Freunde treffen“, versprach der Verkehrsverein für die drei Stadtfesttage, „gemeinsam Siegburg erleben“ lautete das Motto. Feiern und Treffen von Freunden war kein Problem. Anlaufpunkt waren die vielen Bierpilze, auch von verschiedenen Vereinen, wo vor allem Mitglieder, deren Familien und Bekannte Spaß hatten. Beispielsweise bei der Ehrengarde oder dem Siegburger Turnverein.

Mit dem Flanieren hatte mancher Festbesucher seine Schwierigkeit. Denn auch dieses Mal waren wieder zahlreiche Anbieter von Produkten vertreten, auf die man eigentlich bei einem Fest verzichten kann. Und man hatte das Gefühl, es seien deutlich mehr als im Vorjahr, wie zum Beispiel Norbert Schmitz und seine Frau Ruth feststellten und „dafür kein Verständnis“ zeigten. Dazu gehörte ein Stand mit Markisen, einer bot Küchengeräten an, ein dritter Staubsauger. Nicht zu toppen als trauriger Höhepunkt: Ein Stand, der aus einer „Lagerräumung“ Billigware verramschte.

Dazwischen immer wieder Bierbuden und Stände mit deftigen oder süßen Speisen. Wenig begeistert zeigten sich viele Besucher von der erstmals in das Stadtfest integrierten Automeile auf der Kaiserstraße. „Wenn ich ein Auto kaufen möchte, geh ich zum Händler. Was hat das mit Feiern zu tun“, fragte Achim Binte, der Familie und Freunde am Markt treffen wollte, sichtlich verärgert.

Regionale Musiker am Brauhof

Zum dritten Mal dabei ohne offiziell dazuzugehören war Horst Stöcker mit seiner Band „Schäng Bum“ sowie den „Samba Läusen Rhein Sieg“, die nach zwei Jahren in der Holzgasse nun gemeinsam parallel zum Stadtfest am Brauhof auftraten.

„Dieses Mal völlig legal“, erklärte Stöcker mit einem Augenzwinkern. Ursprünglich ging es ihm und seinen Mitstreitern um Protest gegen den Verkehrsverein, weil der laut Stöcker keine Siegburger Musiker für Auftritte beim Stadtfest berücksichtige. Er hofft, für die nächsten Jahre am Brauhof eine „alternative Bühne“ mit regionalen Musikern etablieren zu können. Interesse besteht jedenfalls, wenn man die weit über 100 Zuhörer am Samstag als Maßstab nimmt.

Weniger als in den Jahren zuvor hatten nach eigenen Angaben Polizei und Ordnungsamt zu tun. Es sei bis auf wenige kleinere Zwischenfälle, wie sie „auf einer Kirmes üblich sind“, ruhig gewesen, so Co-Dezernentin Ursula Thiel.

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