Im Schnitt über zwei Minuten

Züge im Rechtsrheinischen sind unpünktlicher geworden

Andrang auf den RE9 am Siegburger Bahnhof: Die Regionalbahn kommt durchschnittlich deutlich über zwei Minuten zu spät.

Andrang auf den RE9 am Siegburger Bahnhof: Die Regionalbahn kommt durchschnittlich deutlich über zwei Minuten zu spät.

RHEIN-SIEG-KREIS. Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland macht das Streckennetz für den Negativtrend verantwortlich. Geschäftsführer Norbert Reinkober betont, dass der Ausbau "zwingend notwendig" sei.

Die Bahnlinien, die im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis unterwegs sind, haben 2017 an Pünktlichkeit eingebüßt. Das geht auch dem Pünktlichkeitsbericht hervor, den der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) jetzt vorgelegt hat. 2016 galt noch als gutes Jahr, nun zeigte die Kurve deutlich nach unten.

Dem Bericht zufolge haben die Verspätungen in allen Monaten zugenommen. Es waren also nicht nur singuläre Ereignisse wie Unwetter oder Bauarbeiten, die sich negativ auf die Statistik auswirkten. Der NVR macht vielmehr das Schienennetz verantwortlich: Dieses sei an seine Kapazitätsgrenzen angekommen. „Die deutliche Verschlechterung bei den Pünktlichkeitswerten werden wir intensiv mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen und DB Netz besprechen“, sagt NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober. „Der zwingend notwendige Ausbau der Infrastruktur muss weiter vorangetrieben werden, da in Zukunft nur so eine Steigerung der Pünktlichkeitswerte erreicht werden kann.“

Im Durchschnitt aller Fahrten lag die Verspätung bei zwei Minuten und sechs Sekunden. Dies entspricht laut NVR einem Anstieg um fast 15 Prozent im Vergleich zu 2016 (eine Minute und 50 Sekunden). Im Jahr 2015 betrug die durchschnittliche Verspätung eine Minute und 59 Sekunden.

So schnitten RE9, RE5, RB27 und die S-Bahnen ab

Dem Trend folgend, hat sich der durch das Siegtal fahrende RE9 (Aachen-Köln-Siegen) verschlechtert. Dort lag die durchschnittliche Verspätung diesmal deutlich über zwei Minuten – was im Vergleich zu den Linien, die durch das Ruhrgebiet müssen, aber noch wenig ist. Dort sorgte der linksrheinische RE5 (Koblenz-Bonn-Emmerich) mit fünfeinhalb Minuten durchschnittlicher Verspätung für einen Rekord.

Der rechtsrheinische RE8 (Koblenz-Beuel-Mönchengladbach) konnte sich dagegen leicht verbessern. Dieser Zug hatte 2017 im Schnitt nur anderthalb Minuten Verspätung. Stabil blieb auch die Regionalbahn 27, die auf der selben Strecke unterwegs ist. Sie lag mit gut zwei Minuten Verspätung auf Vorjahresniveau. Etwas schlechter schnitt die Oberbergische Bahn (RB 26) ab, die auf Kreisgebiet nur in Honrath hält.

Die S-Bahnen sind ebenfalls unpünktlicher geworden. Allerdings ist das Verspätungsniveau im S-Bahnnetz allgemein niedriger als bei Regionalbahnen und RE-Linien: Die durchschnittliche Verspätung lag 2017 bei einer Minute und 16 Sekunden. Derartige Werte weist die Statistik sowohl für die S12 (Horrem-Au/Sieg) als auch für die S13 (Düren-Troisdorf) aus. Deutlich schlechter war der Trend bei der S19, die von Düren über Köln-Flughafen bis Au/Sieg fährt.