Bürger planen mit

Siegburgs Innenstadt soll attraktiver werden

Viele Siegburger Bürger wünschen sich, dass die Entwicklung des Mühlengrabens in die Konzeptplanung mit einbezogen wird.

Viele Siegburger Bürger wünschen sich, dass die Entwicklung des Mühlengrabens in die Konzeptplanung mit einbezogen wird.

Siegburg. Bei der zweiten Werkstatt zur Innenstadt-Entwicklung sind die Bürger gefragt. Schwierig ist die Stadtplanung mit Blick auf das Rathaus, solange nicht klar ist, ob es saniert oder an anderer Stelle neu errichtet wird.

Die zweite Bürgerwerkstatt zum Thema „Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) – Siegburger Innenstadt“ im Siegburger Stadtmuseum am Donnerstagabend begann mit einer frohen Botschaft. Auf Nachfrage des GA am gleichen Abend habe er beschlossen, sich öffentlich zum Status quo der Verhandlungen über das Goldberg-Areal an der Kaiserstraße zu äußern, erklärte Bürgermeister Franz Huhn. „Peek & Cloppenburg hat einen kompetenten Investor für ein Geschäftsgebäude mit Wohnbebauung gefunden. Verhaltener Optimismus ist angesagt“, so der Bürgermeister.

Das leer stehende Gebäude an exponierter Stelle, in dem unter anderem ein Drogeriemarkt angesiedelt war, ist eines der größten Sorgenkinder bei der Stadtentwicklungsplanung bis zum Jahr 2030 der Verwaltung und des damit beauftragten Bonner Büros der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK).

In der ersten Veranstaltung hatten die Bürger Gelegenheit, in Arbeitsgruppen Vorschläge und Ideen einzubringen, wie Siegburg als „multifunktionales Zentrum“ einmal aussehen soll. Rainer Kalscheuer von der DSK und sein Team haben diese Wunschziele gesichtet, aufgearbeitet und in fünf Entwicklungs- und Handlungsleitlinien aufgeteilt.

Innenstadt muss frei von Durchgangsverkehr bleiben

Darin geht um die Stärkung der Attraktivität als Einkaufs- und Dienstleistungszentrum, die Aufwertung und Vernetzung des öffentlichen Raums und der Grünflächen sowie die Optimierung der Wohnqualität und Wohnvielfalt. Themen sind auch die Entwicklung einer attraktiven und bildungsfreundlichen Kulturstadt sowie die Förderung von Klimaschutz, Energieeffizienz und Mobilität. Als Problemzonen mit Handlungsbedarf gelten vor allem die untere Kaiserstraße, Ankergasse und Scheerengasse, das Rathausumfeld und die Holzgasse.

Schwierig ist die Stadtplanung in Bezug auf das Rathaus, solange nicht klar ist, ob es saniert oder an anderer Stelle neu errichtet wird, räumte Kalscheuer ein. Deutlicher wurde Horst Stöcker, der sich schon an der ersten Bürgerwerkstatt beteiligt hatte. „Mir erschließt sich immer noch nicht, wie man die zukünftige Innenstadt planen kann, ohne über das Schicksal des Rathauses im Klaren zu sein“, sagte Stöcker.

Die DSK berücksichtigte allerdings bei der Erarbeitung erster Entwürfe für einen möglichen Maßnahmenkatalog „Zusammenhänge und Abhängigkeiten im Hinblick auf Sanierung/Neubau des Rathauses. Denn damit verbunden sind beispielsweise die Entwicklung des Allianz-Parkplatzes oder eine neue Verkehrsführung durch den Verkehrsstich Ringstraße/Burggasse.

Ziel müsse es sein, die Innenstadt, besonders die Kaiserstraße, von Durchgangsverkehr freizuhalten und die Vernetzung und Stärkung der Fußgängerzone zu verbessern. Auch bei der zweiten Veranstaltung konnten die Besucher wieder Ideen und Vorschläge einbringen, die jetzt ausgewertet, geprüft und bei einer dritten Bürgerwerkstatt vorgestellt werden. „Planung und Umsetzung brauchen Zeit und können nur in kleinen Schritten erfolgen“, erklärte Huhn.