Putz-Tag in der Kreisstadt

Mehr als 2000 Siegburger räumen ihre Stadt auf

Siegburg. Zahlreiche Bürger haben am Wochenende Besen und Müllsäcke in die Hand genommen: Sie trafen sich zum Großreinemachen in der Kreisstadt. Dabei kamen diesmal rund 30 Kubikmeter Müll zusammen.

An jedem Stadtputztag erleben die Teilnehmer Überraschungen. So auch in diesem Jahr. Ein Kanu gehörte am vergangenen Samstag ebenso zu den eingesammelten Gegenständen wie Leuchtstoffröhren, Gartenstühle, ein Grill und ein Beleuchtungsmast.

Und wie 2017 wurden wieder etliche Gegenstände gesichert, die zwar Kopfschütteln auslösen, aber keine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Verschiedene Öldosen, Lack- und Farbbehälter konnten zum Glück unbeschädigt geborgen werden. Aufgespürt wurden die Hinterlassenschaften von Umweltsündern auf dem gesamten Stadtgebiet von 58 Gruppen mit insgesamt 2005 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus Vereinen, Kindergärten und Schulen, die sich an der mittlerweile 16. Aktion beteiligten.

Zum Abschluss verkündete Bürgermeister Franz Huhn, der sich bei allen Bürgern für ihr freiwilliges Engagement bedankte, eine gute Nachricht: „Von Jahr zu Jahr reduziert sich das Müllaufkommen“. Mit rund 30 Kubikmetern fiel das Ergebnis um fünf Kubikmeter niedriger als im Vorjahr aus und ist in Hinsicht auf das Abfallaufkommen mit etwa 70 Kubikmetern beim ersten Putztag vor 16 Jahren ein erfreulicher Negativrekord.

Problem: Kaugummis auf dem Pflaster

Dennoch zeigte sich Huhn nicht ganz zufrieden. „Wir kriegen die Stadt nicht sauber genug, vor allem die vielen Kaugummis auf dem roten San-Mauro-Pflaster bereiten uns Sorgen“, so der Verwaltungschef.

Eine deutliche Abnahme an Verschmutzung bestätigte auch Gerhild Wollweber, Mitglied der Siedlergemeinschaft der Siedlung Marienfried zwischen Wolsdorf und Kaldauen. Sie wies zudem stolz darauf hin, dass die Gemeinschaft bereits seit 40 Jahren regelmäßig den Wald rund um ihre Siedlung reinigt. Vor 36 Jahren, ebenfalls lange bevor es die Stadtputztage gab, startete der Fischschutzverein mit der Uferreinigung.

Initiator war der damals frisch ins Amt berufene Vorsitzende Hubert Linden, der zum 18. März dieses Jahres ausscheidet. 20 Kilometer Flussstrecke der Sieg und fünf Kilometer Mühlengraben befreien die freiwilligen Helfer des Vereins traditionell auf beiden Uferseiten von Abfall. Nicht nur am Hauptsammeltag schwärmten die Umweltschützer aus, sondern auch an den Tagen vorher waren viele Gruppen, vor allem Kitas und Schulen, mit gutem Beispiel vorangegangen.

Während die meisten Gruppen am Samstag gegen 10 Uhr loszogen, hatten die rund 90 Mitglieder des Fischschutzvereins bereits zwei Stunden Uferreinigung entlang der Sieg zwischen Kaldauen und ihrem Vereinsheim an der Wahnbachtalstraße hinter sich.

Vor neun Uhr waren Mitglieder der DLRG Ortsgruppen Sankt Augustin im Einsatz und fischten einiges aus dem Mühlengraben, was da nicht hinein gehört. Unter anderem eine Verkehrsbake, die Abschnittsleiter Bastian Klein in Höhe des Wehrs am Kreishaus entdeckt hatte.

Eine starke Truppe von etwa 120 Erwachsenen und Kindern aus Vereinen, der Grundschule, Kita und dem Kinderheim Pauline von Mallinckrodt sowie der Jugendfeuerwehr machte sich in Wolsdorf auf Müllsuche. Mehr Teilnehmer als im Vorjahr vermeldete der Geschäftsführer der Bürgergemeinschaft Zange, Helmut Bergmann. Dazu gehörten auch elf Schüler einer elften Klasse der Höheren Handelsschule.

Schüler sammeln Plastikbecher, Papier und Zigarettenkippen

„Ich habe gefragt, wer Lust hat, mitzumachen und spontan haben die Elf zugesagt“, freute sich Lehrerin Gudrun Schmitz. Die Schüler sammelten fleißig rund um ihre Schule vor allem Papier, Plastikbecher und jede Menge Zigarettenkippen auf. Eine der ältesten Teilnehmerinnen bei den Zanger Helfern und insgesamt dürfte mit 80 Jahren Rosemarie Proske gewesen sein, die auf dem Berliner Platz für Sauberkeit sorgte.

Vier Fahrzeuge des Baubetriebsamtes waren unterwegs, um die eingesammelten Hinterlassenschaften von Umweltsündern an festgelegten Standorten abzuholen. Vorbildlich verhielt sich der Fischereiverband, der am Container Ecke Wahnbachtalstraße/Alexianerallee den Müll vorsortierte.

Eine Belohnung gab es auch. So durften sich zum Beispiel die Wolsdorfer „Landschaftspfleger“ nach der Arbeit über Erbsensuppe freuen, den Zangern wurden in der Kita „Kinderreich“, Katharinenstraße, Kaffee, Kaltgetränke und heiße Würstchen gereicht.