Kommentar zu Mikro-Depots

Eine gute Lösung

Bei der Anlieferung durch Lastwagen wird es in der Siegburger Holzgasse eng. Mikro-Depots könnten das Problem lösen.

Bei der Anlieferung durch Lastwagen wird es in der Siegburger Holzgasse eng. Mikro-Depots könnten das Problem lösen.

Siegburg. Mit Depot-Netzwerken in den Innenstädten würde man nicht nur erhebliche Verkehre, sondern auch Luftverschmutzung einsparen. GA-Redakteur Dylan Cem Akalin hält das für eine gute Lösung.

Am frühen Morgen fährt der Lastwagen die Innenstadt an, liefert seine Pakete in einem Depot ab und fährt wieder weg. Nach und nach treffen Fahrradkuriere ein, die sich einzelne Pakete schnappen und dann weiter an die Adressaten in der Innenstadt liefern. 90 Kunden bedienen sie so an einem Tag – völlig ohne Abgase zu erzeugen oder Straßen, Bürgersteige und Fußgängerzonen zu blockieren. So etwa könnte ein Szenario mit sogenannten Mikro-Depots aussehen.

In Frankfurt und Hamburg etwa wird das System bereits erfolgreich getestet. Nun soll es nach dem Willen der Antragsteller auch in Siegburg und Hennef Anwendung finden. Die IHK Köln hatte eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben, um das System eines Depot-Netzwerks in Innenstädten untersuchen zu lassen. Das Ergebnis ist eindeutig. So würde man nicht nur erhebliche Verkehre, sondern auch Luftverschmutzung einsparen.

Die Städte müssen sich den Realitäten stellen. Der Online-Handel nimmt eher zu, als dass er zurückgeht. Das hat Folgen für die Infrastruktur und die Umwelt. Die Deutsche Post DHL testet auch sogenannte Cubicycles, das sind elektrisch betriebene vierrädrige Räder, mit denen Pakete in kleinen Containern ausgeliefert werden.

Wenn es die Möglichkeit für fest installierte Depots nicht gibt, besteht auch die Möglichkeit, den Lastwagen an einer festgelegten Stelle parken zu lassen, wo die Kuriere dann ihre Lieferungen aus dem Laderaum holen. Wie auch immer das Modell am Ende aussieht: Für unsere vollgestopften Innenstädte ist es eine gute Lösung.