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Prozess in Siegburg: 23-Jähriger wollte Ex-Freundin erschlagen

Prozess in Siegburg : 23-Jähriger wollte Ex-Freundin erschlagen

Am Amtsgericht Siegburg ist am Freitag ein 23-jähriger Wuppertaler wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Angeklagte hatte am 22. Mai in Ruppichteroth versucht, seine Ex-Freundin im Schlaf mit einem Hammer zu erschlagen.

Er wollte neben der 22-Jährigen auch seinen dreijährigen Sohn und sich selbst töten, gab er bereits kurz nach der Tat an. Als die junge Mutter nach der Attacke aufwachte, ließ er von ihr ab und verständigte den Rettungswagen. Das Opfer erlitt eine schwere Kopfverletzung und musste notoperiert werden.

Als Grund für den Tötungsversuch gab der Angeklagte die Schwierigkeiten in der Beziehung an, die in einer Trennung gegipfelt hatten. Es kam wieder zu einer Annäherung zwischen den beiden, obwohl die Ruppichterotherin bereits einen neuen Lebensgefährten hatte. Diese Beziehungssituation hätten den Angeklagten so belastet, dass er bis eine Woche vor der Tat in einer psychiatrischen Fachklinik in Remscheid in Behandlung war. Dort diagnostizierten die Ärzte eine so genannte schwere depressive Episode.

Beim Verhandlungstermin gestern wurde zur Einschätzung der psychischen Situation des Angeklagten ein forensischer Psychiater als Gutachter gehört. Dieser bestätigte die Diagnose der vorübergehenden Depression, die zur Tat geführt hätte. Seiner Einschätzung nach ginge jedoch keine Gefahr für die Allgemeinheit von dem 23-Jährigen aus. Die Depressionen und die Tat seien den Lebensumständen zuzuschreiben gewesen, so der Gutachter. Er müsse nicht in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden.

Das Gericht urteilte, dass der 23-Jährige statt in eine Klinik für drei Jahre ins Gefängnis muss. Trotz des umfassenden Geständnisses und der Zustimmung des Angeklagten, alle bisherigen und kommenden materiellen und immateriellen Schäden der Geschädigten zu vergüten, wiege die Brutalität der Tat schwerer. "Jemanden mit einem Hammer den Schädel einzuschlagen - dazu gehört schon was", so Richter Hauke Rudat.