Siegburg: Grüne und CDU fordern Zuverlässigkeit der Linie 66

Öffentlicher Personennahverkehr in Siegburg : Grüne und CDU wollen zuverlässige Anbindung an Linie 66

Politiker von CDU und Grünen machen den Siegburger Bahnhof in Landtag und Kreistag zum Thema. Es sei nicht verständlich, dass die Anbindung des Bahnhofs sich immer weiter verschlechtere.

„Es ist nicht akzeptabel, dass die Anbindung des Bahnhofs Siegburg/Bonn an den ICE zum zweiten Mal deutlich verschlechtert wird“, sagt der Landtagsabgeordnete Horst Becker (Grüne). Er hat eine Große Anfrage an die Landesregierung gestellt und einen Brief an den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für NRW geschrieben.

Der Bahnhof Siegburg liege mit seinen Zu- und Ausstiegen weit über den Zahlen von Limburg und Montabaur, so Becker. „Umso erstaunlicher ist, dass bei diesen beiden Bahnhöfen so gut wie keine Verschlechterung der Halte stattgefunden hat.“ Offensichtlich habe die dortige Landesregierung Rheinland-Pfalz erfolgreiche Lobbyarbeit betrieben. Becker hat im NRW-Landtag eine Anfrage an die Landesregierung gestellt und möchte wissen, was gegen die Schwächung des Haltepunkts Siegburg/Bonn unternommen wurde und wird.

Becker erinnert daran, dass die Schnellfahrstrecke Köln-Siegburg-Flughafen Frankfurt-Mannheim ursprünglich als stündliche Verbindung geplant war. „Mit dem neuen Winterfahrplan werden nun also in Richtung Süden von Bahnkunden seit vielen Jahren stark genutzte Anbindungen von einem Stunden- auf einen Zwei-Stunden-Takt reduziert“, sagt Becker.

ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn braucht bessere Anbindung

Die Fraktionen von CDU und Grünen im Rhein-Sieg-Kreis haben „substanzielle und schnelle Schritte zur Verbesserung der Anbindung des ICE-Bahnhofs Siegburg/Bonn gefordert“. Dabei geht es ihnen um eine deutliche Verbesserung der Zuverlässigkeit der Linie 66, auf der es unter anderem wegen Fahrermangels zu Ausfällen kommt (der GA berichtete). „Die Verbindung zwischen der Bonner Innenstadt und dem Bahnhof Siegburg/Bonn ist für Pendlerinnen und Pendler in Richtung Frankfurt/Süddeutschland, aber auch für Nutzer der Nahverkehrszüge im Rechtsrheinischen, zum Beispiel der Siegstrecke, zentral“, teilen die Fraktionen mit. Sie fragen im zuständigen Ausschuss nach der Möglichkeit diverser technischer und personeller Maßnahmen der Stadtwerke Bonn (SWB), die kurzfristig Abhilfe schaffen könnten.

Auch der Zustand der Fahrzeuge lässt nach Meinung der Politiker zu wünschen übrig. Oliver Krauß, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, sagt: „Wenn die Verkehrswende gelingen soll, muss eine essentielle ÖPNV-Verbindung wie die Linie 66 an unseren ICE-Bahnhof zuverlässig, zügig und sauber sein.“

Michael Schroerlücke von den Grünen ergänzt: „Wenn Personen, die bislang bewusst auf das Auto verzichtet haben, erwägen, wegen der Zustände auf der 66 zum benzingetriebenen Individualverkehr zurückzugehen, ist der Gipfel der Peinlichkeit erreicht. Hier ist der Betreiber in der Pflicht, die Zustände schnellstmöglich zu ändern.“