Glasfaserkabel im Rhein-Sieg-Kreis: Schneller surfen auf dem Land

Glasfaserkabel im Rhein-Sieg-Kreis : Schneller surfen auf dem Land

"Wir müssen verhindern, dass der ländliche Raum durch geringere Megabits pro Sekunde abgehängt wird. Die Breitband-Offensive der Bundesregierung muss so schnell wie möglich im Rhein-Sieg-Kreis ankommen."

Klare Worte sprach am Dienstagabend der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann im Dorfhaus Miel, als er gemeinsam mit Tim Brauckmüller, Geschäftsführer des Breitbandbüros des Bundes, Konzepte, Ausbau- und Finanzierungsmöglichkeiten beim Ausbau des schnellen Internets erläuterte.

Von Montag bis Mittwoch war der SPD-Politiker durch die rechts- und linksrheinischen Gemeinden getourt, sprach mit Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie interessierten Bürgern. Ziel der sogenannten Breitband-Thementage: Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2018 eine flächendeckende Versorgung mit schnellen Internetverbindungen, das heißt 50 Megabit pro Sekunde, sicherstellen.

"Es geht um die Anbindung im ländlichen Raum. Wir stehen da aber dann vor einem Investitionsproblem. Dann heißt es wieder, dieser Ausbau sei eine freiwillige Leistung", befürchtet Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz, der sich bei dem Informationsabend über Möglichkeiten des Netzausbaus informierte.

Auch Kommunen in der Haushaltssicherung haben, so Brauckmüller, bei einer Änderung der Rahmenbedingungen reelle Chancen, ihre Gemeinden ans schnelle Netz anzubinden. "Der Breitbandausbau ist eine Infrastrukturmaßnahme. Als solche haben die Kommunen eine Pflicht zur Verlegung von Rohren. Ich bin sicher, dass die Bundesregierung deshalb den Ausbau befürwortet. Das ist für Gemeinden interessant, die in der Haushaltssicherung stecken", machte Brauckmüller deutlich.

Er erläuterte per Präsentation die sieben Phasen einer Projektrealisierung. Von neuen Leitungen, der Art der Technologien (zum Beispiel Glasfaserkabel), die Art der Provider, die auf den jeweiligen Ausbau abgestimmte Förderprogramme und die Höhe der Finanzmittel - Brauckmüller zeigte auf, dass bei jeder Kommune und jedem Dorf der Bedarf der Privathaushalte individuell analysiert werden müsse. Auch wenn Synergieeffekte wie die Nutzung bereits vorhandener Zu- und Abwasserkanäle oder Netze möglich seien, werde der Ausbau, so Bauckmüler, "sehr teuer". Eine Zusammenarbeit der Städte, die Kooperation mit diversen Partnern wie unter anderem Stadtwerken sei, um die Kosten erträglich zu halten, dringend erforderlich.

Die Swisttaler Ortsteile Miel und Ollheim können seit 2010 schnell im Netz surfen. Der Bonner Telefon- und Internetanbieter Blatzheim Networks Telecom hat rund 300 Haushalten mit VDSL-Anschlüssen versehen. Gespräche des Unternehmens mit Kommunen wie Swisttal, Rheinbach und Meckenheim wurden bereits geführt. Bornheim tendiert wohl eher zum Telefonanbieter Netcologne. Verwaltungschef Wolfgang Henseler informierte sich am Dienstag über den Stand der Technik. "Die Politik muss jetzt Anreize setzen, damit die Kommunikationsanbieter auch im ländlichen Raum den Breitbandausbau vorantreiben", so Hartmann.

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