Zur Asklepios Kinderklinik Sankt Augustin gibt es offene Fragen

Kinderklinik Sankt Augustin : Asklepios Klinik will Fördermittel im Sommer beantragt haben

Zur Zukunft der Asklepios Kinderklinik in Sankt Augustin gibt es weiterhin viele offene Fragen. Jetzt geht es um Fördermittel zur Schließung aus dem Krankenhaus-Strukturfonds des Landes und darum, ob der Asklepios-Konzern Anträge korrekt gestellt hat.

Der Asklepios-Konzern ist davon ausgegangen, die Anträge auf Fördermittel aus dem Krankenhaus-Strukturfonds zur Schließung der gesamten Kinderklinik in Sankt Augustin oder Teilen davon korrekt gestellt zu haben. Das teilte Sprecher Rune Hoffmann auf GA-Nachfrage mit. „Wir werden das durch unsere Anwälte nochmals prüfen lassen und gegebenenfalls nachbessern“, so Hoffmann. Der Konzern wundere sich aber, dass er über die Medien erfahren müsse, dass das Ministerium die Anträge als nicht formvollendet beziehungsweise nicht gestellt ansehe.

Das geht aus einem Bericht von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann für den Gesundheitsausschuss des Landtags hervor, den die SPD angefordert hatte (der GA berichtete). Darin heißt es: Ein formeller Antrag sei bislang nicht gestellt worden. Auch eine abschließende Entscheidung über die Gewährung eines Sicherungszuschlags für die Kinderklinik war laut Laumann bisher nicht möglich, da vom Krankenhausträger noch nicht alle erforderlichen prüffähigen Unterlagen vollständig vorgelegt worden seien. Das offizielle Antragsverfahren zum Krankenhausstrukturfonds endet am 31. März 2020.

Nach Angaben von Hoffmann hat Asklepios bereits am 24. Juni beim Land die Finanzmittel aus wirtschaftlichen Gründen beantragt. Ende September habe der Konzern darüber hinaus am freiwilligen Interessenbekundungsverfahren teilgenommen, so der Sprecher. Einen Monat später habe das Gesundheitsministerium angefragt, ob dieses an die Bezirksregierung weitergeleitet werden dürfe. „Was wir bestätigt haben“, sagt Hoffmann. Anfang November habe es dazu ein Gespräch bei der Bezirksregierung gegeben. Er kritisiert, dass es keinen direkten Hinweis gegeben habe, wie ein korrekter Antrag beschaffen sein solle. „Dann läge dieser längst vor.“ Stattdessen werde die direkte Auseinandersetzung gemieden und auf Zeit gespielt, so der Konzernsprecher.

Wie berichtet, läuft der Klinikbetrieb in Sankt Augustin seit Oktober ohne kinderherzchirurgische Eingriffe weiter, nachdem die Kinderherzspezialisten Boulos Asfour, Martin Schneider und Ehrenfried Schindler an das Bonner Uniklinikum gewechselt sind. Laut Hoffmann haben seit April insgesamt rund hundert Vollzeitkräfte die Klinik verlassen.

Antwort auf seine kleine Anfrage zur Kinderklinik an die Landesregierung hat inzwischen auch der Grünen-Landtagsabgeordnete Horst Becker aus Lohmar erhalten. Darin schreibt Laumann erneut, dass bei einer kurzfristigen Schließung rechnerisch ausreichende Versorgungskapazitäten vorhanden seien. Zur Notfallversorgung heißt es: Die Bedenken des Trägers des Rettungsdienstes im Rhein-Sieg-Kreis nehme die Landesregierung sehr ernst. Konkrete Planungs- und Handlungsoptionen, um den Bedenken auch abseits rettungsdienstlicher Anpassungen begegnen zu können, hingen jedoch vom Krankenhausträger ab. „Er muss den zuständigen Behörden gegenüber seine konkreten Absichten und Planungen darlegen“, so Laumann.

Energischen Widerspruch erntet Laumann derweil von der Gewerkschaft Verdi für die Aussage, dass eine Schließung von den umliegenden Krankenhäusern aufgefangen werden könne. Dazu verweist Arno Appelhoff, zuständiger Verdi-Gewerkschaftssekretär, auf das Gutachten des Landes zur Krankenhauslandschaft, das für den Versorgungsraum 6 (Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und Kreis Euskirchen) keine Überversorgung bei der stationären Behandlung von Kindern ausweise. Verdi fordert eine zeitnahe Lösung für die Zukunftssicherung der Klinik vom Land und dem Rhein-Sieg-Kreis sowie, die Kinderklinik in öffentliche Trägerschaft zu überführen.