Wohnen Sankt Augustin: Zwei Varianten für neues Wohngebiet in Menden

Ehemaliges Gärtnereigelände : Zwei Varianten für das neue Wohngebiet in Menden

Mit zwei Varianten für das neue Wohngebiet auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei im Mendener Zentrum möchten Verwaltung und Projektentwickler in die frühzeitige Beteiligung gehen. Sie unterscheiden sich lediglich nur minimal.

Während eine Variante 90 Stellflächen vorsieht, sind es bei der anderen 60. Beide Überlegungen stellte Stefan Nagel vom neuen Projektentwickler "Die Wohnkompanie NRW" am Mittwochabend im Sankt Augustiner Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss vor.

Wie berichtet, hat es bei dem Areal im vergangenen Herbst einen Investorenwechsel gegeben. Eine erste Planung hatte im September 2018 zunächst die Firma Ten Brinke Projektentwicklung vorgestellt. Laut Nagel bildet die Wohnkompanie nun gemeinsam mit der Grundstücksentwicklungsgesellschaft (GEG) aus Köln eine Projektgesellschaft.

"Die neue Planung fußt auf dem Entwurf, den Sie kennen", sagte der Erste Beigeordnete Rainer Gleß zu den Politikern. Es gebe aber mehr Wohnungen aufgrund einer geschickteren Ausnutzung der Baukörper. 189 Wohnungen, davon rund 15 Prozent öffentlich gefördert, sollen es in 13 Gebäuden mit maximal drei Vollgeschossen sein. Deshalb seien auch mehr Stellplätze nötig, so Gleß. Davon sind laut Wohnkompanie 189 in einer Tiefgarage vorgesehen sowie weitere 95 oder eben 60 oberirdisch. "Wir haben in dem Gebiet eine gute ÖPNV-Anbindung und Maßnahmen aus dem Mobilitätskonzept", sagte Nagel.

Er sei deshalb der Meinung, dass das Gebiet mit 60 Stellplätzen oberirdisch bestens zu bedienen sei. Bei der Entscheidung gehe es um die Frage, ob die grüne Nord-Süd-Achse betont werden solle oder ob mehr Parkplätze gewünscht seien. Grundsätzlich soll das neue Wohngebiet über verschiedene Wege für Fußgänger und Radfahrer "durchlässig" sein.

Autos können es über eine Verbindungsstraße von der Mittel- zur Marktstraße durchqueren. Ein Verkehrsgutachten habe ergeben, dass Mittel-, Markt- und Siegstraße den zusätzlichen Autoverkehr aufnehmen könnten, so Nagel. Eine neue sechsgruppige Kita soll den Bedarf an Betreuungsplätzen auch über das Quartier hinaus decken. Das Mobilitätskonzept sieht unter anderem abschließbare Fahrradboxen, Carsharing sowie Lademöglichkeiten für E-Bikes und E-Autos vor. "Wir wollen auch die entsprechenden Neubürger anziehen, die das Wohnen mit Mobilitätswende gestalten", sagte Nagel.

Ein Blockheizkraftwerk und die Wärmeverteilung über ein Nahwärmenetz sind ebenso geplant wie eine Begrünung der Flachdächer. Die Politik sieht das Projekt auf einem guten Weg. Aus Sicht von Martin Metz (Grüne) sind aber bereits 60 oberirdische Parkplätze zu viel. "Die Erfahrung zeigt: Die oberen sind immer voll, weil viele nicht gern in die Tiefgarage fahren", sagte er und brachte eine Quartiersgarage ins Gespräch.

Unterstützung erhielt er für diesen Vorschlag von Claudia Feld-Wielpütz (CDU). "Ich bitte das zu bedenken", so die Christdemokratin. "Der Parkdruck wird bestehen bleiben." Der Planungsausschuss nahm die aktualisierten Pläne zur Kenntnis. Die endgültige Entscheidung liegt beim Rat. Er kommt am Mittwoch, 6. November, zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

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