Hochschul- und Kreisbibliothek Sankt Augustin: Wissenschaftsblogger Florian Freistetter hält Vortrag über Astronomie

Hochschul- und Kreisbibliothek Sankt Augustin : Wissenschaftsblogger Florian Freistetter hält Vortrag über Astronomie

Was der Urknall mit einem Bier zu tun hat, das erläuterte der gebürtige Österreicher Florian Freistetter, Astronom, Betreiber des erfolgreichsten deutschsprachigen Wissenschaftsblogs und Buchautor bei einem kurzweiligen Vortrag in der Hochschul- und Kreisbibliothek Sankt Augustin.

Bei der gemeinsamen Veranstaltung von General-Anzeiger und der Bücherstube Sankt Augustin verstand er es, Astronomie leicht verständlich darzustellen. Angelehnt an den Titel seines Buches "Der Komet im Cocktailglas" stellte Freistetter seinen Vortrag unter das Motto: "Wie viel Asteroid steckt in einem Bier?"

Was zunächst fragende Gesichter beim Publikum hervorrief, entpuppte sich schnell als perfektes Bild, um komplexe Vorgänge zu veranschaulichen und um zu erkennen, dass Astronomie bis heute in unserem Alltag von Bedeutung ist. So zeigte er, dass Wasser als Eis durch Kometeneinschläge beim "Späten schweren Bombardement" (englisch: Late Heavy Bombardment) während der Entwicklung unseres Sonnensystems vor vier Milliarden Jahren auf die Erde gelangte.

Und aus eben diesem Wasser wird Bier gebraut. Er gab eine faszinierende Beschreibung der Sonne als Energielieferant, in deren Inneren die Temperatur 15 Millionen Grad beträgt - heiß genug für Kernfusionen. Die freigesetzte Energie dringt in Form von Licht nach außen. Ein solcher Vorgang dauert jeweils rund 100.000 Jahre.

So alt ist also die Energie, die in unserem Bier "landet", so der Astronom. Er erklärte den Unterschied von Kometen und Asteroiden, die Geburt und das Lebensende von Sternen, die bei einer Supernova explodieren. Freistetter gab außerdem einen Überblick über die Möglichkeiten, wie man Leben auf anderen Planeten erkennen könne.

Dazu müsse man allerdings erforschen, wie anderes Leben aussehen könnte, das unserem nicht gleicht. Er konnte auch die Furcht vor einem Kometeneinschlag, der die Erde zerstört oder zumindest zu einer globalen Katastrophe führt, nehmen. Schon etwa 20 Jahre vor einem solchen Ereignis seien bevorstehende Einschläge zu erkennen, so Freistetter.

Heute sei es möglich, den Anflug riesiger Brocken zu verlangsamen oder zu beschleunigen, und das mit verhältnismäßig einfachen Mittel wie dem Einsatz eines Sonnensegels. Investiert würde in die Himmelsforschung aber kaum, bemängelte er und fügte einen Seitenhieb auf die Politiker hinzu. Die gingen wohl davon aus, dass ein möglicher Zusammenstoß "nicht mehr in ihre Wahlperiode fällt".