Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: Wie aus einer Idee eine Firma wird

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg : Wie aus einer Idee eine Firma wird

Die bundesweite Aktion "Gründerwoche Deutschland 2015" macht im November Station in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Unter dem Titel "Warum immer Berlin?" fand zur Eröffnung der Start-up-Woche am Montag ein Vortragsabend mit anschließender Podiumsdiskussion mit dem ehemaligen Bundesminister Jürgen Rüttgers auf dem Campus der Hochschule in Sankt Augustin statt.

Zur ersten öffentlichen Veranstaltung des "Centrum für Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand" (CENTIM) fanden sich etwa zwei Dutzend gründungsinteressierte Studenten ein.

Rüttgers Vortrag über den "Erfolgsfaktor Innovation" begann aufgrund der verstopften Autobahnen rund um Bonn mit einer Verspätung von fast einer halben Stunde. Er referierte über Globalisierung und Digitalisierung, über die "Entgrenzung von Raum und Zeit", die Innovation sowohl möglich als auch notwendig machen. Zur anschließenden Podiumsdiskussion konnte er aufgrund seines engen Terminplans nicht bleiben.

Die Frage nach den Unterschieden zwischen dem Wirtschaftsstandort Berlin und der Region Bonn/Rhein-Sieg erörterten sechs Gründer und Gründungsförderer. So diskutierten Alexander Wüerst, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln, Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg, Rhein-Sieg-Wirtschaftsförderer Hermann Tengler und seine Bonner Kollegin Victoria Appelbe, Jörg Haas vom Bonner Beteiligungsunternehmen HW Partners sowie Nicolas Lecloux, einer der Geschäftsführer der Bonner Firma True Fruits GmbH, 2006 als Start-up von ehemaligen Studierenden der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg gegründet. Lecloux anschauliche Beschreibung des Gründungsprozesses fand denn auch den größten Anklang bei den Studierenden. Er und seine Partner hatten die Ideen zur Herstellung von Smoothies noch während des Studiums vorangetrieben. "Besonders in den ersten Jahren gehört schon ein gewisser Masochismus dazu", sagte Lecloux. Das Unternehmen True Fruits ist aber auch ein Beispiel dafür, dass sich harte Arbeit auszahlt. Neun Jahre nach der Gründung steht die Firma erstmals unter den Top 20 der Fruchtsafthersteller in Deutschland.

Allgemein schienen sich die Diskussionsteilnehmer relativ einig darüber zu sein, dass der Standort Bonn/Rhein-Sieg in den vergangenen Jahren zwar eine große Entwicklung durchgemacht habe, aber dennoch weiter hart an sich arbeiten müsse. So kritisierte Wüerst: "Es gibt immer noch zu viele singuläre Interessen, zum Beispiel Rivalitäten zwischen Köln und Bonn oder Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis." Hille hingegen betonte, dass besonders die Stadt Bonn an ihrem "verstaubten" Image arbeiten müsse: "Bundesstadt Bonn - das klingt nach Behörden, aber nicht nach einem innovativen Forschungsstandort."