Naturschutz in Sankt Augustin: Viel Grünes für Biene & Co.

Naturschutz in Sankt Augustin : Viel Grünes für Biene & Co.

Seit 2011 rufen die Vereinten Nationen die Weltbevölkerung dazu auf, sich für die Artenvielfalt einzusetzen. Das BUND-Wiesenzentrum hat jetzt die Auszeichung der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“.

Weltweit ist ein rapides Insektensterben zu verzeichnen. Rund ein Viertel der Insektenarten stehen bereits auf der roten Liste gefährdeter Tierarten. Ein Grund für den Rückgang dieser biologischen Vielfalt ist die intensive Bewirtschaftung von Grünflächen.

Die Kreisgruppe Rhein-Sieg des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) möchte mit dem „Regionalen Wiesen- und Weidezentrum“ zeigen, wie die Artenvielfalt von Grünflächen durch eine extensive Pflege erhalten bleiben kann. Dafür erhielt das Zentrum nun die Auszeichung als Projekt der Dekade „Biologische Vielfalt“ der Vereinten Nationen.

Beim Herbstfest am Sonntagnachmittag überreichte Christiane Paulus, Leiterin der Abteilung „Naturschutz“ im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, den Preis an den BUND-Kreisgruppensprecher Achim Baumgartner. Zu Gast waren zudem der Landesvorsitzende des BUND Nordrhein-Westfalens Holger Sticht, der erste Beigeordnete der Stadt Sankt Augustin Rainer Gleß und Paul Kröfges aus dem Stiftungsrat der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE). Die Stiftung finanziert die Startphase des Projekts für 30 Monate mit rund 195.000 Euro. „Das Wiesenzentrum greift die brennenden Themen Artensterben und Verlust von Grünland auf. Das Projekt hat von der Jury besonders viele Punkte bekommen. Vor allem für die Multiplikatorenwirkung und die Umweltbildung, die das Zentrum leistet“, begründete Christiane Paulus.

Seit Sommer 2017 sitzt das Wiesenzentrum in den Räumlichkeiten des ehemaligen „Wanderstübchen“ in Sankt Augustin-Niederpleis. Von dort aus organisiert die Kreisgruppe die Biotoppflege im Kreisgebiet. Hier gehören dem BUND rund 130 Hektar Biotopfläche. 20 Hektar bewirtschaften die Mitglieder selbst. „Wir möchten auf unseren Grünflächen zeigen, was es heißt durch eine extensive Landwirtschaft einen großen Artenreichtum zu erhalten, und das Gefühl für eine biologische Vielfalt zu vermitteln“, so Achim Baumgartner. Die Kreisgruppe mäht ihre Flächen zwei mal jährlich ausschließlich mit schonendem Werkzeug. So kommen keine großen Traktoren zum Einsatz, sondern nur ein Balkenmäher und eine kleine Ballenpresse. „Ein herkömmlicher Trecker zerstört die Bodenstruktur“, erklärt Baumgartner.

Zusätzlich bietet der BUND im Wiesenzentrum Umweltbildungsprogramme rund um das Thema Artenvielfalt im Grünland an. Hierfür stehen ein Umweltbus und mobile Informationstafeln zur Verfügung. In den Sommermonaten lassen die Mitglieder den Cafébetrieb im ehemaligen „Wanderstübchen“ wieder aufleben und servieren sonntags Kaffee und Kuchen. „Das Wiesenzentrum ist Pionierarbeit zum Erhalt der biologischen Vielfalt“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht.

Bereits seit 2011 rufen die Vereinten Nationen im Rahmen der Dekade „Biologische Vielfalt“ die Weltbevölkerung dazu auf, sich für die Artenvielfalt einzusetzen. Zu einem bestimmten Schwerpunktthema zeichnet eine interdisziplinäre Jury Modellprojekte aus, die sich im Besonderen für die Wahrung der biologischen Vielfalt einsetzen.