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Neues Zentrums-Projekt in Sankt Augustin: Verwaltung will das Staffelgeschoss

Neues Zentrums-Projekt in Sankt Augustin : Verwaltung will das Staffelgeschoss

Für Wirbel hat es schon gesorgt, das neue Zentrums-Projekt. Doch die Aufregung in der Politik um das geplante technische Rathaus hat sich gelegt. "Wer verhandeln derzeit schon die Mietverträge", sagt Rainer Gleß, Technischer Beigeordneter der Stadt Sankt Augustin.

Ein Investor hat die alte Hauptpost an der Mewasseret-Zion-Brücke direkt gegenüber dem Rathaus erworben und will das Gebäude für die Stadt Sankt Augustin umbauen, aufstocken, erweitern und dann an die Stadt vermieten. Bürgermeister Klaus Schumacher sieht dringenden Handlungsbedarf, weil das Rathaus aus allen Nähten platzt und Verwaltungseinheiten über das gesamte Zentrum in verschiedenen Gebäuden verteilt sind.

Zudem wird in den kommenden zehn bis 15 Jahren ein erhöhter Personalbedarf von bis zu 40 Stellen erwartet. Dies und der Wunsch, die Einheiten wieder zusammenzuführen, somit kurze Wege zu gewährleisten und mehr Service für den Bürger zu bieten, sind die Hauptgründe für den Bau eines technischen Rathauses. Zudem benötigt das Stadtarchiv dringend weitere Regalflächen. Stadtarchivar Michael Korn musste schon einen Aufnahmestopp für das Zwischenarchiv für Verwaltungsakten verhängen.

Der Haupt- und Finanzausschuss hat dem Projekt schon zugestimmt. Der Stadtrat muss allerdings noch sein abschließendes Votum geben. Streitpunkt ist noch, ob die Stadt das geplante Staffelgeschoss mitmieten soll oder nicht. Die Verwaltung möchte gerne, die Politik ist sich noch unschlüssig. "Der Investor will das Staffelgeschoss in jedem Fall bauen", sagt Gleß. Das müsse auch mitgemietet werden, um die städtischen Mitarbeiter laut beschlossenem Stellenplan unterbringen zu können. "Wir sind jetzt gerade dabei, den abschließenden Nachweis zu führen, dass das auch auskömmlich ist", so Gleß. Ende 2015, Anfang 2016 solle mit dem Bau begonnen werden. Der noch fehlende Ratsbeschluss wird für die kommende Sitzung am 28. Oktober angestrebt.

Schon so einiges hat die Stadt geprüft, um an mögliche weitere Bürokapazitäten zu kommen - vergeblich. Auch ein Verkauf des Rathauses mit Neubau oder Anmietung an anderer Stelle wurde erwogen, mit dem Ergebnis: zu teuer, schlechte Veräußerbarkeit, Standortprobleme. Eine Erweiterte Nutzung des Technoparkes, wo schon das Gebäudemanagement untergekommen ist, kommt auch nicht infrage. Das Gebäude liegt dezentral, ist für die Bürger schlecht zu erreichen und ist bereits ausgelastet. Die Nutzung des Hotels Regina als Zweitstandort passt auch nicht: zu wenig Büroarbeitsplätze. Da kommt das Angebot des Investors gerade recht. Laut Bürgermeister Klaus Schumacher rechnet sich die Anmietung, wenn eigene Flächen im Ärztehaus verkauft werden. Dafür gibt es auch schon Interessenten. Außerdem können dort angemietete Flächen aufgegeben werden.

Eine Anmietung des technischen Rathauses ohne Staffelgeschoss würde die Stadt jährlich rund 476 000 Euro kosten, eine Anmietung mit Staffelgeschoss 566 000 Euro. Darin sind die Umzugskosten eingerechnet. Für Schumacher sind beide Varianten wirtschaftlich. Mit der Anmietung eines zweiten zentralen Verwaltungsgebäudes sei die Verwaltung in der Lage, deutlich Kosten zu sparen. Eingesetzt werde neueste Heiz- und Elektrotechnik. Zudem gebe es dann deutlich kürzere Wege. "Nicht zuletzt stellt sich die Verwaltung durch eine klare Gliederung der Verwaltungseinheiten bürgerfreundlich und kundenorientiert dar", sagt Schumacher.