Karneval in Sankt Augustin: Vereine einigen sich auf neuen Brauchtumsverein

Karneval in Sankt Augustin : Vereine einigen sich auf neuen Brauchtumsverein

Seit vielen Jahren diskutierten die Sankt Augustiner Karnevalisten immer wieder darüber, ein Karnevalskomitte zu gründen - stets vergeblich. Jetzt aber haben sich die Vereine geeinigt und den "Verein für karnevalistische Brauchtumspflege Sankt Augustin" ins Leben gerufen.

Bislang war die Gründung immer gescheitert, weil sich die Vereine nicht so wirklich darüber verständigen konnten, was das Gremium für Entscheidungsbefugnisse haben soll. Keiner der großen Karnevalsvereine wollte sich etwas nehmen lassen. Ein erster Schritt ist nun aber gemacht. Vor kurzem hat sich der "Verein für karnevalistische Brauchtumspflege Sankt Augustin" gegründet, dem sich die Karnevalsvereine auch angeschlossen haben.

Es ist schon ein etwas sperriger Name. "Aber darauf konnten sich alle verständigen", sagt Dirk Beutel, der Vorsitzende des neuen Vereins. "Das ist schon ein Kompromiss. Bürgermeister Klaus Schumacher hat den Namen vorgeschlagen."

Nun haben sich die Karnevalsvereine also doch unter ein Dach begeben. Gleichwohl bleibt es dabei, dass die Mendener ihre Tollitäten aussuchen, ebenso wie es die Prinzengarde und die Ehrengarde Hangelar für Sankt Augustin machen. "Wir suchen nicht die Prinzen, wie es in anderen Städten gehandhabt wird, etwa in Siegburg", sagt Beutel.

Sinn und Zweck des neuen Vereins ist hauptsächlich, den Sankt Augustiner Karnevalszug durch Sankt Augustin-Ort, Niederpleis und Mülldorf zu organisieren. Darüber hinaus soll er auch dafür sorgen, die Ratshauserstürmung zu organisieren - vor allem die Fier im Ratssaal danach. "Das sind die beiden Hauptaufgaben, die der Verein hat", sagt Beutel.

Entlastung für Zugführer Dirk Beutel

Der Verein löst sozusagen das bisher bestehende Organisationskomitee ab, das im Großen und Ganzen aus Dirk Beutel bestand. Seit vier Jahren organisiert er den Zug und die Rathauserstürmung, was zuvor viele Jahre in den Händen von Paul Sobkowski lag. "Aber alles hing mehr oder weniger immer an einer Person, die auch persönlich gehaftet hätte, wäre etwas schief gelaufen", sagt Beutel, der auch für die CDU im Stadtrat sitzt. Allein schon aus versicherungstechnischen Gründen sei die Gründung des Vereins unabdingbar gewesen, so Beutel.

Zu den Gründungsmitgliedern zählt auch Bürgermeister Klaus Schumacher. Dazu gesellen sich Ralf Blöse, Claudia Schatzl, Carl Tenschert, Simone Mück und Waltraud Theisen. Tenschert fungiert auch als stellvertretender Vorsitzender. Mitglied in dem Verein kann jeder Interessent werden. "Er muss nicht in einem Karnevalsverein sein", so Beutel. Auch Sponsoren seien immer willkommen, fügt er an. Der Verein will sich nun verstärkt Gedanken darüber machen, wie er das karnevalistische Brauchtum fördern kann.

Ein Komitte gibt es indes doch: Das Organisationskomitte, in dem Vertreter aller Karnevalsvereine zusammenkommen, um die Session vorzubereiten. "Wir haben jetzt einen Anfang gemacht, die Vereine unter ein Dach zu bekommen.

Wie sich der neue Verein entwickelt, hängt nun von den Vereinen selbst ab", sagt Beutel, der alle Vereine und Gruppen einlädt, am Zug teilzunehmen und sich bei ihm zu melden. "Die Teilnahme kostet nichts", so Beutel. Am Karnevalssonntag findet der Zug statt. Das ist im kommenden Jahr der 15. Februar. Also der Tag, an dem der Zugleiter Geburtstag hat. "Ausnahmsweise mache ich dann auch einen Wagen", kündigt Beutel an.

Wer Interesse hat, in dem Verein mitzumachen, kann sich direkt bei Dirk Beutel melden. Kontakt: Telefon 0179/5958928 oder per E-Mail andirk.beutel@koeln.de.

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