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Tant’ Tinchen am Flugplatz in Hangelar wird wieder Clublokal

Traditionsgaststätte am Flugplatz : Frischer Wind für das Tant’ Tinchen in Hangelar

Das Tant’ Tinchen wird wieder ein Clublokal: Familie Bärhausen hat die Traditionsgaststätte am Flugplatz gekauft und mit dem GA über das neue Konzept gesprochen.

Das Tant’ Tinchen am Flugplatz Hangelar startet neu durch: Die in Schausteller- und Gastronomiekreisen bekannte Bonner Familie Bärhausen hat die Traditionsgaststätte erworben, umgebaut und mit einem neuen Konzept versehen.

Die Gaststätte ist untrennbar mit dem Flugplatz Hangelar verbunden. Tant‘ Tinchen – so wurde die Gastronomin Hubertine Lichius in Hangelar einst genannt. Die gebürtige Niederländerin war in den 1920er Jahren in die Flugplatzgastronomie eingestiegen. Flugpioniere und Hobbypiloten zählten zu ihren Stammgästen. Nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete sie in einer alten Holzbaracke ihr „Café Werntgen“. Unzählige abgeschnittene Krawatten zierten das Café – Erinnerungsstücke an die jeweils ersten Alleinflüge frischgebackener Jungpiloten. 1976 wurde die heutige Gaststätte gebaut und später in Erinnerung an die in Fliegerkreisen international bekannte „Tant‘ Tinchen“ umbenannt.

Den Ruf eines gemütlichen Fliegerheims hatte das Haus in jüngerer Vergangenheit nicht mehr gehabt. Das soll sich nun aber ändern, wie Monika Bärhausen zeigt. Als „Möhn“ ist sie in Bonn bekannt und betreibt gemeinsam mit ihrer Familie unter anderem den Langos-Stand auf dem Bonner Weihnachtsmarkt und das kulinarische Dorf neben der Kirche auf dem Bad Honnefer Martini Markt. „Wir haben schon länger nach etwas Festem gesucht und waren per Zufall im Internet auf das Tant’ Tinchen aufmerksam geworden“, berichtet Monika Bärhausen: „Mein Sohn John und ich haben uns das Haus angeschaut, dann haben wir gleich einen Termin mit dem Makler gemacht.

Für einen Familienbetrieb hat das Tant‘ Tinchen genau die richtige Größe.“ Die Gaststätte nebst knapp 1100 Quadratmeter großem Außenareal, unzähligen Parkplätzen für den Mittagstisch und Ausflugsgäste im Umfeld, dazu die Aussicht auf das Leben am Flugplatz und der Platz für Veranstaltungen und Feiern – das Potenzial für den Standort sei groß, ist Monika Bärhausen überzeugt: „Wir haben über 20 Jahre Erfahrung in der Gastronomie und wissen aus eigener Erfahrung, wie man einen vermeintlich schwierigen Standort mit einem erstklassigen Konzept aufbauen und ausbauen kann.“ Dazu gehöre auch eine vernünftige Küche, betont Bärhausen: „Das Tant’ Tinchen wird wieder ein Clublokal. Und selbstverständlich bleibt der runde Stammtisch erhalten, nach dem wir in den vergangenen Tagen immer wieder von Alt-Hangelarern gefragt wurden.“

Alles andere im Inneren der Gaststätte hat die „Möhn“ gemeinsam mit ihrem Mann Maher Ouraby, Tochter Joanna und Sohn John auf Vordermann gebracht – mit neuer Dekoration, neuem Tresen mit Aussicht am Panoramafenster, elegantem Flair im Kaminzimmer, Fliegercharme im „Hangar“ genannten Hauptraum, neuem Mobiliar, dazu ein großer Kräutergarten im Außenbereich. Aufgetischt wird bodenständige Küche, darunter auch vegetarische und vegane Gerichte und opulent bestückte Etageren zum Frühstück an Sonn- und Feiertagen.

Schnitzel, die traditionellen Tant’ Tinchen-Frikadellen, Salate und knuspriges Geflügel „wie früher beim Wiener Wald“, stehen auf der neuen Karte. Dazu gibt es Beilagen nach Wahl, von Pommes über rheinische Bratkartoffeln oder Gemüse, erklärt die Gastronomin: „Jeder kann sich sein eigenes Gericht zusammenstellen. Und da wir selbst gute Esser sind, gibt es anständige Portionen.“

Geplant ist auch ein Mittagstisch mit Tagesgerichten zu fünf bis sieben Euro. Gefeiert wird die Eröffnung mit einem Hausflohmarkt, einem historischen Jahrmarktstand, einem Kinderkarussell sowie Puppentheater für Kinder am Sonntag.