Die kleinen Könige: Sternsinger in Sankt Augustin und Niederkassel schwärmen aus

Die kleinen Könige : Sternsinger in Sankt Augustin und Niederkassel schwärmen aus

„Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit!“ Unter dem bundesweiten Leitwort sind in Sankt Augustin am Donnerstag rund 250 Kinder zur Sternsingeraktion aufgebrochen. In Niederkassel brachten die kleinen Könige den Segen ins Rathaus.

Aus allen Kirchengemeinden von Sankt Augustin strömten am Donnerstag rund 250 „Heilige Drei Könige“ auf die Marktplatte, um gemeinsam in die Sternsingeraktion zu starten. In den nächsten Tagen werden die vielen Caspars, Melchiors und Balthasars dann in kleinen Gruppen singend von Haus zu Haus ziehen, den Segen „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus) bringen und um Spenden für benachteiligte Kinder in aller Welt bitten. Seit 1958 schwärmen Sternsinger aus und haben mit der weltweit größten Hilfsaktion von Kindern für Kinder in den Jahren Hunderte Millionen Euro für Hilfsprogramme gesammelt.

Dieses Mal lautet das Leitwort für das bundesweite Dreikönigssingen „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen. In Peru und weltweit.“ Thematisiert wird dieses Mal auch das Thema Inklusion wie Pastoralreferent Marcus Tannebaum anhand des offiziellen Aktionsplakates zeigte, auf dem neben zwei gesunden Kindern auch eins im Rollstuhl zu sehen ist. Anschließend segnete er Kreide und Aufkleber, „mit denen wir das Zeichen deines (Gottes) Segens über die Eingänge der Häuser und Wohnungen setzen“, so Tannebaum. Symbolisch hielt die zehnjährige Mia aus der Gemeinde Sankt Mariä Heimsuchung in Mülldorf ihm einige Aufkleber hin.

Bitte um den Segen Gottes für die Sternsinger

Gemeindereferentin Anne Linden bat dabei um den Segen Gottes auch für die Sternsinger. Danach zogen alle, das Lied „Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg“ singend, in die benachbarte Huma, wo im dortigen „Lebensraum“ der Kirchengemeinden als Überraschung Regenponchos und ein Krapfen an die Jungen und Mädchen verteilt wurden. Viele Passanten und Besucher des Einkaufscenters verfolgten das farbenfrohe Schauspiel. Die kleinen Könige aus den verschiedenen Ortsteilen baten direkt im Anschluss in Geschäften und im Rathaus um erste Spenden. Nach der offiziellen Sternsingereröffnung trafen sich dann alle zum Mittagessen im Kloster der Steyler Missionare. Am Nachmittag machten sich Dreiergruppen mit ihren Betreuern auf den Weg, um das Sammelergebnis vom Vorjahr zu toppen, das laut Linden bei mehr als 51 000 Euro lag.

Herzlich willkommen hieß Bürgermeister Stephan Vehreschild am Donnerstag eine Abordnung von Sternsingern aus dem Niederkasseler Pfarrverband Nord. Rund 140 Mädchen und Jungen aus Lülsdorf, Uckendorf, Ranzel und Niederkassel ziehen seit zwei Wochen von Haus zu Haus und sammeln für das Sternsinger-Kindermissionswerk. Gastgeber der bundesweiten Auftaktveranstaltung des 61. Dreikönigssingen mit rund 2600 Sternsinger war am 28. Dezember der bayerische Wallfahrtsort Altötting.

Besonders hilfsbedürftige Kinder im Auge haben

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation leben weltweit 15 Prozent der Menschen mit einer Behinderung, rund 165 Millionen von ihnen sind Kinder. Auf das Schicksal dieser „größten Minderheit der Welt“, so Barbara Breyhan vom Kindermissionswerk, möchte man aufmerksam machen. Besonderes Augenmerk werde dabei auf die Kinder gelegt, denn in vielen Regionen der Welt haben sie kaum die Möglichkeit, medizinisch, sozial und psychologisch begleitet zu werden. Sie seien auch Gewalt ausgesetzt, würden als Last und Schande empfunden und oft von den überforderten Eltern vernachlässigt und versteckt. Dies erleben viele Kinder mit Behinderung auch in den armen Regionen Perus jeden Tag. Im Zentrum „Yancana Huasy“ erhalten sie Unterstützung und erfahren Fürsorge und Geborgenheit.

Vehreschild dankte den Sternsingern, die von Pfarrer Thomas Schäfer und Diakon Norbert Klein begleitet wurden, für ihr Engagement. Zur Belohnung gab es neben Getränken auch ein reichhaltiges Angebot an Süßigkeiten.

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