Mobilität in Sankt Augustin: Stadt will Parkhaus für 75 Fahrräder bauen

Mobilität in Sankt Augustin : Stadt will Parkhaus für 75 Fahrräder bauen

Eine neue Mobilitätsstation im Sankt Augustiner Zentrum soll 450 000 Euro kosten. Das Projekt könnte zu 90 Prozent gefördert werden und soll den Umstieg auf alternative Verkehrsmittel schmackhaft machen.

Noch ist die Fläche Autos vorbehalten, im kommenden Jahr soll der Park & Ride-Parkplatz im Sankt Augustiner Zentrum aber sein Gesicht verändern. Die Stadt plant dort eine Mobilitätsstation, die den Umstieg vom eigenen Auto auf alternative Verkehrsmittel erleichtern soll. Sie soll an der Haltestelle Sankt Augustin Zentrum der Stadtbahnlinie 66 verschiedene Verkehrsträger verknüpfen: etwa Bus, Bahn, Fahrrad sowie E-Mobilität und Carsharing-Angebote. Kostenpunkt: 450 000 Euro, von denen 90 Prozent über den Bundeswettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“ gefördert werden könnten. Eine erste Projektskizze wurde positiv beschieden, nun hat die Verwaltung weitere Unterlagen eingereicht.

„Für einen Park & Ride-Parkplatz ist die Fläche im Zentrum zu schade“, sagte Verkehrsplaner Matthias Hennig am Montag bei der Vorstellung des Projekts. Laut dem Technischen Beigeordneten Rainer Gleß ist das zudem zu wenig. „Wir müssen deutlich attraktiver werden für umweltfreundliche Verkehrsarten“, ergänzte er. Die neue Mobilstation soll dazu beitragen. Als Kernstück möchte die Stadt ein Fahrradparkhaus mit 75 witterungs- und diebstahlgeschützten, aber kostenlosen Stellplätzen für Fahrräder errichten. Darin soll es auch Schließfächer, sechs Ladestationen für E-Bikes sowie eine festinstallierte Luftpumpe geben.

Reiche das nicht, könne die Kapazität auf mehr als 100 Plätze aufgestockt werden. Außen am „Radhaus“ sind zudem 20 weitere Fahrradständer vorgesehen. „Derzeit haben wir zwölf Fahrradboxen an der Haltestelle, die fest vermietet sind“, sagte Hennig. Entlang der gesamten Stadtbahn seien es 75. „Der Bedarf für weitere ist da, wir haben eine Warteliste“, sagte der Verkehrsplaner. Sechs Carsharing-Parkplätze, sechs Ladestationen für E-Autos, drei Behindertenstellplätze sowie sieben Stellflächen für Pendlerfahrgemeinschaften ergänzen das Angebot. Weitere Parkplätze soll es nicht geben.

„Wir möchten mit den Projekt die umweltfreundliche Mobilität fördern und damit die Attraktivität des Zentrums steigern“, erläuterte Sankt Augustins Klimamanagerin Natalie Nellißen. „40 Prozent der Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Das ist der Bereich, den wir auf den öffentlichen Personennahverkehr oder das Rad verlegen möchten.“ Aus Sicht der Verkehrsplaner liegt die geplante Mobilstation dafür optimal. Sie ist von jedem Ortsteil der Stadt in höchstens fünf Kilometern zu erreichen.

Bekommt Sankt Augustin die Zusage für die Fördermittel, soll der Bau der Mobilitätsstation im Januar starten. „Wir warten jetzt auf den Bewilligungsbescheid“, sagte Nellißen. Die Stadt ist aber optimistisch, dass ihr Antrag durchkommt. Mitte 2017 sollen die Arbeiten dann abgeschlossen sein. Perspektivisch kann sich die Verwaltung eine weitere Mobilstation vorstellen – als Standort kommt laut Hennig der Bahnhof in Menden infrage.

Und auch bei den Radwegen soll sich etwas tun: Die Stadt wird die neue Planung für den Radverkehr entlang der B 56 zwischen dem Seniorenhaus Sankt Monika in Sankt Augustin-Ort und der Kreuzung mit der Mendener Straße in Mülldorf übernehmen – „mit Ausblick auf eine zeitnahe Realisierung“, sagte Hennig. Dazu hat sie mit dem Landesbetrieb Straßen NRW eine Verwaltungsvereinbarung geschlossen. Ähnliches ist für die Ortsdurchfahrt Niederpleis geplant. Nellißen: „Was bringt das schönste Radparkhaus, wenn man es schlecht erreichen kann?“

Mehr von GA BONN