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Müll und Verschmutzung im Schulzentrum Niederpleis: Stadt kündigt Reinigungsfirma

Müll und Verschmutzung im Schulzentrum Niederpleis : Stadt kündigt Reinigungsfirma

Wegen des schlechten Reinigungszustands des Schulzentrums Niederpleis hat die Stadt Sankt Augustin der zuständigen Firma gekündigt. Ab Dezember soll ein neuer Anbieter für die nötige Sauberkeit sorgen.

Was die Reinigung des Schulzentrums Niederpleis betrifft, kann es für Christoph Lorenz ab Dezember nur besser werden. „Wir haben hier wirklich gelitten“, sagt der Schulleiter des Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) dem General-Anzeiger. In den vergangenen Monaten sei der Reinigungszustand des Schulgebäudes katastrophal gewesen.

Aus seiner Sicht sei die beauftragte Reinigungsfirma völlig unterbesetzt gewesen, sagt Lorenz. Nun hat die Stadt die Notbremse gezogen und dem Unternehmen aufgrund „unzureichender Vertragserfüllung“ in der Probezeit gekündigt – nach nicht einmal vier Monaten. In zwei Wochen übernimmt ein anderer Anbieter. „Wir sind froh, dass bei der Stadt ein Sinneswandel stattgefunden hat“, sagt Lorenz. Auch wenn die Schule die Katastrophe bereits nach kurzer Zeit habe kommen sehen.

Im August hatte die Reinigungsfirma die Aufgaben in Niederpleis übernommen. Sie erhielt bei einer öffentlichen und europaweiten Neuausschreibung der Reinigungsleistungen für alle städtischen Gebäude den Zuschlag für das Schulzentrum – als günstigster Anbieter. Was wie oft zu reinigen ist, wurde in einem Werkvertrag mit Leistungsverzeichnis geregelt. Das teilt die Stadt auf Anfrage mit. Die Ausschreibung sei „aufgrund des Alters des damaligen Reinigungsvertrages“ angezeigt gewesen, so die Verwaltung.

Ganze Bereiche nicht gereinigt

Laut dem Vorsitzenden der Schulpflegschaft, Oliver Stahl, hatte es im Grunde mit Beginn der Übernahme Beschwerden von Schülern und Lehrern gegeben. Zum Teil seien ganze Bereiche gar nicht mehr gereinigt worden, sagt er. Mehrfach habe die Schule der Stadt von den Zuständen berichtet. Vor den Herbstferien schrieb das Gymnasium auch die Fraktionsvorsitzenden der Sankt Augustiner Parteien an, um auf die Probleme hinzuweisen. Ende Oktober machte sich der Niederpleiser Ortsvorsteher René Puffe ein Bild von der Situation – morgens vor dem Tagesbetrieb, damit der Müll tatsächlich nur von den Vortagen stammen konnte.

Im Treppenhaus fand er Papier- und Plastikabfälle, im Sportlergang großflächig Marmelade auf dem Boden. Und in der großen Sanitäranlage am Pädagogischen Zentrum hatte an diesem Tag lediglich ein WC Toilettenpapier. Von ähnlichen Zuständen berichtete ihm auch die Schulleitung der Realschule. In einem Brief an Bürgermeister Klaus Schumacher, der dem GA vorliegt, schrieb er daraufhin: „Mir scheint, dass die auszuführenden Arbeiten durch die geringe Anzahl an eingesetztem Reinigungspersonal nicht zu bewerkstelligen sind.“ Ein Beispiel: Laut Puffe sollten zwei Kräfte alle zwölf Umkleiden mit Sanitärbereich, die Flure und Treppenhäuser sowie die Lehrer- und Hallenwartzimmer an den Turnhallen innerhalb von zwei Stunden reinigen.

„Wir hatten den Eindruck, die Stadt hat einen Vorschlag angenommen, der personell sehr auf Kante genäht war“, sagt auch Schulleiter Christoph Lorenz. Nach eigenen Angaben hat die Verwaltung darauf jedoch keinen Einfluss. „Es liegt in der Hoheit der Reinigungsfirmen, die Personen- und Stundenzahl für die Ergebniserzielung festzulegen“, teilt Claudia Oberdörfer von der Pressestelle mit. Wie die Firma die Reinigungsziele erreiche, bestimme sie auf Grund des Werksvertrags selbst. Das sei auch beim vorherigen Unternehmen so gewesen.

Neuer Anbieter verspreche bessere Leistung

Die Verwaltung greift für das Schulzentrum Niederpleis ab Dezember nun auf den zweitgünstigsten Anbieter der Ausschreibung zurück. Er sei schon bei der Stadt unter Vertrag und verspreche eine verbesserte Leistung, so Oberdörfer. Daraus ergebe sich eine geringe Preissteigerung zu Lasten Sankt Augustins. Zu den Kosten äußert sich die Kommune nicht. Zum weiteren Vorgehen teilt Oberdörfer mit: Die Stadt treffe nun Absprachen mit der neuen Reinigungsfirma, um das Ziel des Werkvertrags zu erreichen; zudem stünden Begehungen der Schule an.

Der Schulpflegschaftsvorsitzende Oliver Stahl wünscht sich darüber hinaus, dass die Stadt hinterfragt, wie es zu den Problemen kommen konnte – damit es nicht wieder passiere. Schulleiter Christoph Lorenz ist aber „sehr zuversichtlich, dass es ab Dezember funktioniert“. Der neue Anbieter habe sich bereits im Schulzentrum umgesehen, ergänzt er. Und: „Das neue Unternehmen hat gesagt, es komme mit zweieinhalb Mal so viel Personal wie das bisherige.“