Rund 100 Spielflächen: Stadt kontrolliert Spielplätze in Sankt Augustin

Rund 100 Spielflächen : Stadt kontrolliert Spielplätze in Sankt Augustin

Die Stadt Sankt Augustin leistet sich ein ein fünfköpfiges Team, das für die wöchentliche Pflege, Reparatur und Kontrolle der rund 100 Spielflächen in der Stadt zuständig ist. Reparaturen werden in der eigenen Bauhofwerkstatt durchgeführt.

So eine Checkliste für eine Spielplatzprüfung ist lang. Und natürlich hat das Deutsche Institut für Normung auch dafür Standards ausgearbeitet. Nach DIN EN 1176 muss der Zaun neben einer Schaukel einen Mindestabstand von anderthalb Metern halten. Schaukelsitze haben festgelegte Maße. Das gilt auch für Höhe und die Bodenbeschaffenheit darunter. Und weil es ja so verschiedene Schaukeln gibt, gilt es auch für jede, die genauen Maße zu kennen, die für den Abstand zwischen Sitz und Gerüst vorgeschrieben sind.

Vorarbeiter Michael Voß kennt sie alle. Er weiß, dass die Bretter auf dem Steg zum Klettergerüst in drei Zentimeter Abstand angebracht werden müssen, dass kein Ast in Kinderkopfhöhe ragen darf und welche Beschaffenheit die Ketten an einer Schaukel haben müssen. Voß gehört zum fünfköpfigen Team des Bauhofs, das für die Pflege, Reparatur und Kontrolle der rund 100 Spielflächen in Sankt Augustin zuständig ist.

Während der einjährige Tobi unter den wachen Augen seiner Großeltern ungerührt auf seiner Federwippe sitzt und sich mehr für die startenden Flugzeuge interessiert, begutachtet Voß die andere Wippe und klettert prüfend auf der Rutsche. Sein Kollege Thomas Förster hat unterdessen nur Augen für die Holzplanken, von denen eine ausgetauscht werden muss.

„Die Kollegen fahren einmal wöchentlich alle öffentlichen Spielflächen an“, erklärt Betriebsleiterin Rita Zweiböhmer. Dazu gehören 59 Spielplätze, 24 Bolzplätze, einer Skateranlage, die beiden Beachvolleyballanlagen am Hirschwergweg und im Freibad, der Generationenparcours und die Spielbereiche auf zwölf Schulhöfen. Die Kontrolle der Verkehrssicherheit muss, so die Bauhofchefin, „gerichtsverwertbar dokumentiert werden“. Neben den wöchentlichen Sichtkontrollen kommen vorgeschriebene Quartals- und Halbjahresprüfungen hinzu. Und der TÜV nimmt die Plätze auch noch mal einmal im Jahr ab.

„Vandalismus ist eigentlich kein Thema in unserer Stadt“, sagt Voß. „Da leben wir tatsächlich in einer heilen Welt. Schlimmer ist hingegen der Müll.“ Vor allem Zigarettenkippen, Wergwerfbecher für Kaffee, Pizzakartons und Hundekot sammeln die Mitarbeiter ein. „Ein wenig mehr Achtsamkeit der Bürger wäre nicht zu viel verlangt“, meint Voß.

Die Augustiner Stadtkasse ist nicht eben üppig gefüllt. Das hat sie mit vielen anderen Kommunen gemein. 100 000 Euro stehen für die jährliche Unterhaltung zur Verfügung. Hinzu kommen lediglich 8900 Euro für die sogenannte Möblierung – vor allem Zäune und Bänke. Allerdings leistet sich die Stadt das Team, das sich ausschließlich um die Spielflächen kümmert. Viele Spielgeräte reparieren die Kollegen vom Bauhof in der eigenen Schreinerei oder Schlosserei. Förster schraubt zurzeit an einem 40 Jahre alten Karussell. Für Um-, Neu- und Ausbau der Plätze sind zusätzliche 50.000 Euro veranschlagt, sagt Klaus Engels vom Fachdienst Jugendarbeit/Verwaltung der Jugendhilfe, der für die pädagogische Seite der Plätze zuständig ist. Nach dem Sommer will man in Sankt Augustin so wie in anderen Kommunen einen Spielplatzentwicklungsplan erstellen, um einen besseren Überblick zu haben, welche Spielplätze priorisiert behandelt und welche zurückgebaut werden müssen.

Zurück auf dem Spielplatz an der Richthofenstraße: Das große Kletter/Rutsch-Gerüst in Flugzeugform ist in die Jahre gekommen. „20.000 Euro würde ein neuer Ersatz kosten“, so Förster. „Wir arbeiten das gute Stück deshalb lieber noch mal auf.“ Auch die Reparatur von Federwippen lohnt sich. Neu kosten die lustigen Teile 350 Euro. Hier soll aber noch eine neue Vogelnestwippe hin, so Zweiböhmer. Und der Bolzplatz Buschweg bekommt neue Tischtennisplatten.