Träger warten weiter auf Entscheidung: So steht es um die Jugendarbeit in Sankt Augustin

Träger warten weiter auf Entscheidung : So steht es um die Jugendarbeit in Sankt Augustin

Der Unterausschuss gibt keine Empfehlung zur Neustrukturierung der offenen Jugendarbeit in Sankt Augustin ab. Die Politiker sehen noch viele Fragen offen. Entscheiden muss nun der Jugendhilfeausschuss.

Sie haben kontrovers über die geplante neue Trägerverteilung in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Sankt Augustin diskutiert. Eine Empfehlung für den Jugendhilfeausschuss gab es von den Mitgliedern des Unterausschusses „Kinder- und Jugendförderplan“ am Dienstagabend jedoch nicht. Dazu waren bei einigen Kommunalpolitikern noch zu viele Fragen offen.

Wie berichtet, erarbeitet die Verwaltung seit einigen Monaten ein Konzept, um die offene Jugendarbeit in der Stadt neu aufzustellen. Das Ziel laut des Beigeordneten Ali Dogan ist eine größere Trägervielfalt. Den Vertrag mit dem Verein zur Förderung der städtischen Jugendeinrichtungen in Sankt Augustin hat die Stadt gekündigt. Als Grund führte die Verwaltung unter anderem einen regelmäßigen Dissens zwischen den Vertragspartnern an. Ab 2020 soll es nun nicht mehr einen großen Träger mit acht städtischen Einrichtungen, sondern mehrere größere Träger geben.

Dazu verteilte die Stadt die vorhandenen Einrichtungen und mobilen Angebote auf neun Arbeitspakete, auf die sich potenzielle Träger bewerben konnten. Fünf haben das getan. Dabei gab es zum Teil mehrere Interessensbekundungen auf einzelne Pakete, die die Stadt nach einem Punktesystem bewertet hat. Heraus kam folgender Verteilungsvorschlag der Verwaltung:

Der Verein zur Förderung der städtischen Jugendeinrichtungen soll künftig das Jugendzentrum in Mülldorf, die Stadtteilwohnung Niederpleis, die Spielstube Cranachstraße und das Café Eden betreuen sowie die Jugendarbeit in Hangelar und Ort übernehmen. Der Verein Hotti soll Träger des Café Léger, des Stadtteilladens Johannesstraße und des Hotti in Birlinghoven sein. Die Jugendfarm soll die Spieleinsel und den Abenteuerspielplatz an der Ankerstraße übernehmen, die Katholische Jugendagentur das Juheisa in Menden die Offene Tür in Meindorf sowie die Mobile Jugendarbeit und Streetwork. Der Deutsche Kinderschutzbund soll weiter Träger der Startbahn bleiben. „Wenn man die einzelnen Interessenbekundungen anschaut, dann ist jede für sich hervorragend“, sagte Dogan. „Es fiel uns durchaus schwer, das zu bewerten.“ Die Stadt habe ein Ergebnis finden müssen, das alle berücksichtige. „Es ist uns klar, dass es keine einfache Umstellung wird“, ergänzte Dogan. Die 8,8 städtischen Personalstellen, die derzeit dem Verein zur Förderung der städtischen Jugendeinrichtungen in Sankt Augustin zugewiesen sind, sollen sich künftig auf vier Träger verteilen. So soll zum Beispiel das Jugendzentrum mit 1,5 Stellen ausgestattet werden sowie einen Bundesfreiwilligendienstler erhalten. Das Hotti soll eine Stelle bekommen. Dazu ist die Verwaltung im Dialog mit den betroffenen Mitarbeitern. Zusätzlich soll bei der Verwaltung eine Stelle zur Unterstützung der Träger angesiedelt werden.

Die Mitglieder des Unterausschusses hatten noch einige Fragen zur neuen Trägerverteilung. Georg Schell (CDU) und Hinrich Pich, stellvertretender Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft, fehlten unter anderem genauere Informationen, wie die Bewertung der Verwaltung zustande gekommen ist. „Gerade weil die Interessenten zum Teil so knapp beieinander liegen“, sagte Schell, der zudem noch Nachfragen zur Finanzierung der zusätzlichen Stelle hatte. Jürgen Misch vom Stadtjugendring warf in den Ring, die Mobile Jugendarbeit und Streetwork aus den Paketen rauszunehmen und sie bei der Stadt anzusiedeln. Ein Vorschlag, der bei Stefanie Jung (FDP) auf wenig Gegenliebe stieß. „Ich glaube, dass die Pakete gerecht sind, gut ausgewogen und nach objektivierten Kriterien vergeben worden sind. Ich möchte deshalb nicht wieder an den Paketen rumschnüren.“

Die Entscheidung muss der Jugendhilfeausschuss nun in seiner Sitzung am Mittwoch, 3. Juli, treffen. Das ist laut Stadt notwendig, damit die Neuregelung auch zum Jahreswechsel greifen kann.

Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Sankt Augustin tagt am Mittwoch, 3. Juli, 18 Uhr, im kleinen Ratssaal des Rathauses, Markt 1.

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