1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Sankt Augustin

Gesamtschule der Stadt Sankt Augustin: Schüler und Lehrer geben sich eine Verfassung

Gesamtschule der Stadt Sankt Augustin : Schüler und Lehrer geben sich eine Verfassung

Für die Schüler und Lehrer der Gesamtschule Sankt Augustin sollen demokratische Grundwerte keine ferne Idee sein, die allein im politischen System umgesetzt wird. Um die Idee der demokratischen Grundordnung ganz nah in den Schulalltag zu bringen, hat sich die Schule eine eigene Verfassung gegeben.

Lehrer und Schüler haben das Schriftstück gemeinsam formuliert. Darin bekennen sich die Verfasser zu Toleranz, Inklusion und Vielfalt und stellen sich gegen Rassismus. Zwei DIN A4 -Seiten ist sie lang, die Verfassung der Gesamtschule der Stadt Sankt Augustin, die gestern frenetisch und mit tosendem Applaus von den Lehrern und Schülern der Schule gefeiert wurde.

In zehn Punkten formuliert die Schule ihr Leitbild und setzt Regeln für das gemeinsame Lernen und Miteinander auf. "Jeder hat das Recht, gehört zu werden und seine Meinung ungestört und frei zu äußern", heißt es dort etwa. Oder auch: "Wir sind eine Schule ohne Rassismus und eine Schule mit Courage."

"Wir versprechen uns davon, dass sich die Schüler und Lehrer noch mehr als bisher mit unserer Schule identifizieren", sagte Schulleiterin Stephani Overhage. "Uns ist wichtig, dass unsere Kinder kompetent sind, sich als Teil des Ganzen verstehen und Mitsprache einfordern."

Schon jetzt sorgen etwa wöchentliche Klassenräte dafür, dass die Schüler selbstorganisiert und mit dem Klassensprecher als Vorsteher demokratische Strukturen im Kleinen imitieren. Dazu gehören dann zum Beispiel auch eine Tagesordnung und ein Protokoll.

Den gestrigen Tag der Feier und Unterzeichnung der Verfassung hatte die Schule ganz bewusst auf den 23. Mai gelegt, an dem sich die Unterzeichnung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland zum 64. Mal gejährt hatte. Die Schulleiterin setzte gemeinsam mit Sascha Clémeur als Vertreter des Lehrerrats, Slavica Marx als Vertreterin der Schulpflegschaft und der stellvertretenden Schülersprecherin Eridona Bajrami ihre Unterschrift unter das Dokument.

Daneben waren Vertreter aus der Kommunalpolitik gekommen, die sich im Anschluss an die Unterzeichnung den Fragen der Schüler stellten und sie ermutigten, sich innerhalb und außerhalb der Politik zu engagieren.

Bürgermeister Klaus Schumacher freute sich darüber, dass die Schüler sich schon in jungen Jahren für ein politisches und soziales Miteinander interessieren würden. "Wenn sich Bürgerinnen und Bürger schon in eurem Alter damit beschäftigen, wird es mir nicht bange, wenn ich an die Zukunft von Sankt Augustin denke", so Schumacher.