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Lego-Wettbewerb an Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: Schüler tüfteln bis tief in die Nacht

Lego-Wettbewerb an Hochschule Bonn-Rhein-Sieg : Schüler tüfteln bis tief in die Nacht

60 Teilnehmer messen sich beim 24-Stunden-Lego-Wettbewerb der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Dabei führt ihre Reise ins Land von Harry Potter.

Es ist ziemlich eng. Vorbei am ersten Quidditch-Tor fährt sich der kleine Roboter auf dem Weg zum zweiten Hindernis an einer Wand fest. Nun heißt es zurück zum Startpunkt – der schmalen Treppe, unter der Harry Potter in einer kleinen Kammer seine Kindheit verbracht hat. Der Parcours ist ein Spiegelbild der Abenteuer, die der junge Zauberer im Laufe der Jahre erlebt. Anders als in den Romanen von Joanne K. Rowling wird in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg aber nicht mit Magie gearbeitet, sondern mit cleveren Ideen und jede Menge Programmierfähigkeiten junger „Muggel“.

Beim sechsten Lego-Roboter-Wettbewerb in der Hochschule waren am Samstag 64 Schüler aus der Region mit dabei, die sich in Arbeitsgemeinschaften an ihrer Schule regelmäßig mit Robotern beschäftigen. Der 24-Stunden-Wettbewerb ist eine Gelegenheit, um das Gelernte spielerisch auszutesten. Gleichzeitig ist die Veranstaltung inzwischen fester Bestandteil des Lehrplans der Hochschule. Studenten aus den Fachbereichen Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus organisieren den Wettbewerb während eines Semesterprojekts.

20 Studenten kümmerten sich seit April in verschiedenen Teams um Organisation, Kulissenbau, die Story und Aufgaben für die Schüler. „Man muss eine kindernahe Story finden, damit die Schüler die Motivation dazu haben“, erklärte Kevin Hoppenheidt, Leiter des Organisationsteams. Er studiert Elektrotechnik im sechsten Semester. „Mit Harry Potter ist das gut gelungen. Man sieht auf jeden Fall, dass die Begeisterung da ist.“

Und begeistert waren spätestens dann alle, als mit dem Wettbewerbsstart um 13 Uhr die „Hogwarts-Hymne“ im Audimax erklang. Das hier an diesem Wochenende etwas anders war, merkten aber auch die übrigen Besucher der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Wer zur Toilette musste, konnte sich zwischen „Hexen“ und „Zauberer“ entscheiden. Im Eingangsbereich türmten sich Schlafsäcke und Isomatten, denn die jungen Roboter-Experten hatten die Nacht in der Hochschule verbracht – ein 24-Stunden-Wettbewerb hat eben seine besonderen Bedingungen.

Bereits am Freitagnachmittag erhielten die Schüler die Aufgaben: Sie sollten ihre Roboter so programmieren, dass sie auf der Spielfläche verteilte Spinnen einsammeln können, den Quidditch-Slalom und eine Rampe meistern, Sirius Black aus Askaban befreien und zu guter Letzt den schrecklichen Lord Voldemort besiegen. Bis in die Nacht hinein tüftelten die Schüler an der richtigen Programmierung, brachten etwa Magnete an und sorgten dafür, dass die kleinen Roboter mit verschiedenen Tönen einen Zauberspruch simulieren können.

Johannes Fuchs vom Wiedtal-Gymnasium in Neustadt war mit dem Team „Legobros“ an den Start gegangen. „Ich finde es sehr cool hier. Es macht viel Spaß“, sagte der Siebtklässler. Zusammen mit seinen drei Mitschülern ergatterte er nach den zwei Wettbewerbsdurchläufen als Dritter einen Platz auf dem Treppchen. Zwischen den vielen männlichen Teilnehmern fielen Sonja und Magdalena auf. Die Schülerinnen vom Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) in Sankt Augustin traten zu zweit an. „Ich kann sehr gut Mathe, das habe ich wahrscheinlich von meinem Vater. Die ganze Technik hat mich interessiert, und das Programmieren hat mir auch viel Spaß gemacht“, sagte die 10-jährige Sonja Weber. Ihre männlichen Mitschüler vom AEG schafften es auf den zweiten Platz und mussten sich nur einem Team vom Collegium Josephinum in Bonn geschlagen geben.

Trotz kleiner Kritikpunkte an der Punktevergabe war Technikjournalismus-Student Tim Bunies mit dem Verlauf des Wettbewerbs zufrieden: „Das Feedback der Teilnehmenden war sehr gut. Die Beanstandung erklären wir uns durch den großen Ehrgeiz der Schüler, der uns sehr beeindruckt hat.“ Die Schüler gingen zufrieden nach Hause, auch wenn noch nicht alles so funktioniert hat, wie erhofft. Es muss ja auch nicht immer gleich der perfekte Zauber sein.