Stadtentwicklung: Sankt Augustiner Jugendzentrum wird später fertig

Stadtentwicklung : Sankt Augustiner Jugendzentrum wird später fertig

Die Bauarbeiten für das Projekt in Mülldorf verzögern sich. Statiker untersuchen das Fundament des Altbaus, während der Anbau aus den 1960er Jahren bereits abgerissen ist.

Seit Anfang August scheint sich nichts mehr zu tun auf der Baustelle rund um das einstige Sankt Augustiner Jugendzentrum „Matchbox“ an der Bonner Straße. Der Eindruck täuscht jedoch etwas, denn nach dem Abriss des Anbaus aus den 1960er Jahren und der Entkernung des älteren Teils, der bereits Ende des 19. Jahrhunderts an dieser Stelle stand, gab es ein Problem. Bei den Arbeiten trat zutage, dass das Fundament des weit über 100 Jahre alten Gebäudes nicht den heutigen Anforderungen entspricht.

„Die Fundamentierung ist nicht ausreichend, und es wird derzeit geprüft, was nötig ist, um den heutigen Stand der Technik erreichen zu können“, formuliert der Technische Beigeordnete Rainer Gleß das Problem. Die Statiker seien derzeit noch im Haus, in wenigen Wochen sollen dann die Ergebnisse vorliegen. „Deshalb ist das Haus nicht einsturzgefährdet“, widerspricht Gleß Gerüchten, die nach Bekanntwerden der Problematik im Raum standen. Der Beigeordnete ist sich sicher, dass die dadurch entstandene Verzögerung der Bauarbeiten nicht gravierend sein wird und möglicherweise nicht mehr als zwei Monate andauere. „Wir stoßen bei Altbauten regelmäßig auf Probleme.“ Das sei somit nicht ganz so unerwartet, wie es erscheine, versucht Gleß zu relativieren. Inzwischen wird auch schon wieder in der benachbarten Baugrube gearbeitet.

Geplant ist an dieser Stelle ein Kultur- und Begegnungszentrum für Kinder, Jugendliche und Familien. Das bedeutet, dass in den Häusern Angebote für alle Altersklassen gemacht werden. Bestehende Angebote für Kinder und Jugendliche bleiben erhalten. Auch Integrationsarbeit und Raum für gemeinsame Aktivitäten unterschiedlicher Kulturen sind in den beiden Häusern vorgesehen.

7,27 Millionen Euro Kosten

Die Kosten des Projekts beziffert die Stadt auf rund 7,27 Millionen Euro. Darin enthalten sind die Kosten für die Übergangscontainer des Jugendzentrums in direkter Nachbarschaft des Rhein-Sieg-Gymnasiums und die Unterbringung der Kita Casa Lu ebenso wie die gesamten Umzugskosten.

4, 4 Millionen Euro steuert das Land NRW aus der Städtebauförderung bei. Dem zugrunde liegt das sogenannte Integrierte Handlungskonzept. Das alte sanierte Gebäude wird die eingruppige Kita des Deutschen Kinderschutzbundes, Casa Lu, beherbergen. Zudem wird auch die Geschäftsstelle des Deutschen Kinderschutzbundes dort wieder einziehen.

Zuvor muss jedoch das Fundament den heutigen Anforderungen angepasst werden. Fenster werden neu eingebaut, sowie Fassaden und Decken neu gedämmt. Auch mit einer neuen Heizungsanlage wird der Altbau versehen. Parallel zu den Sanierungsarbeiten im Altbau wird der Neubau errichtet. „Es entsteht ein Jugendzentrum mit wesentlich mehr Möglichkeiten“, so Gleß. Schallgedämmte Probenräume oder Räume etwa für Sprachkurse der Stadt. Auch die Volkshochschule wird in dem Gebäude Veranstaltungen durchführen können. Im Erdgeschoss des Neubaus soll zudem ein kleines Café eingerichtet werden, das auch Außengastronomie ermöglicht.

2020 soll die gesamte Maßnahme abgeschlossen sein. „Wir wollen natürlich möglichst schnell fertig werden, um den Ersatzstandort für das Jugendzentrum auflösen zu können. Das ist immerhin ein sechsstelliger Betrag, der nicht gefördert wird und damit auf den städtischen Eigenanteil obendrauf kommt“, sagt Gleß.

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