Sankt Augustin: Offene Jugendarbeit wird umstrukturiert

Offene Jugendarbeit in Sankt Augustin : Endspurt bei der Neustrukturierung der Jugendarbeit

Jugendarbeit in Sankt Augustin: Stadt widerspricht Aussagen des Vereins zur Förderung der städtischen Jugendeinrichtungen

Bei der Neuausrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Sankt Augustin sind die Stadtverwaltung und die Träger, die verschiedene Angebote und Einrichtungen zum Jahreswechsel übernehmen oder fortführen sollen, auf der Zielgeraden. Somit werde das Ziel, mehr Vielfalt in die Landschaft der offenen Kinder- und Jugendarbeit zu bringen und zugleich die Zahl der Angebote zu erhalten, erreicht, kündigte der städtische Beigeordnete Ali Dogan im zuständigen Unterausschuss zum Kinder- und Jugendförderplan am Dienstagabend an: Die Verträge mit den Trägern seien unterschriftsreif oder bereits unterzeichnet. Bis zum Ende der Woche sollen die letzten offenen Verhandlungen mit dem Verein Hotti abgeschlossen werden, so Doğan.

Unterdessen hatte am 31. Oktober der Verein zur Förderung der städtischen Jugendeinrichtungen die Öffentlichkeit informiert, dass er die Interessenbekundungspakete 5 für das Jugendzentrum MatchBoxx und 7 für das Café Eden in Buisdorf sowie die Stadtteilwohnung und Spielstube Niederpleis nicht annehme. Am 3. Juli hatte der Jugendhilfeausschuss einstimmig dafür gestimmt, dem Verein die beiden Pakete 5 und 7 zuzusprechen. In einer Mitgliederversammlung am 24. Oktober hatten die Mitglieder des Vereins, darunter überwiegend politische Vertreter der Fraktionen, mehrheitlich beschlossen, die Pakete abzulehnen (der GA berichtete). Die Angebote werden nun ab 2020 von der Stadtverwaltung fortgeführt.

Verwaltung in Sankt Augustin „mit Verwunderung“

Unvorbereitet traf Entscheidung des Vereins die Stadt nicht: Spätestens seit der Kündigung des Vertrags der Stadt mit dem Verein im Jahr 2018 liegen Stadt, Politik und Vereinsgeschäftsführer mehr oder weniger offen im Clinch. Während der Beigeordnete die Art und Weise der Kommunikation mit dem Verein bedauerte, fiel die Kritik von FDP und Grünen im Unterausschuss deutlicher aus.

So hatte der Verein in seinem Schreiben, das von der Vorsitzenden Angelika Züll und der Kassiererin Anne-Katrin Silber-Bonz unterzeichnete ist, mitgeteilt, die derzeitige operative Leitungsebene um Geschäftsführer Andreas Kernenbach, einem Personal- und Finanzkoordinator sowie einer konzeptionellen Fachberaterin sei „durch Abberufung, Kündigung oder Überlassung an einen anderen Träger vollständig aufgelöst“ worden. Eine Aussage, die in der Verwaltung „mit Verwunderung“ zur Kenntnis genommen wurde, wie aus einem Schreiben vom Mittwoch an die Fraktionen hervorgeht, dass dem General-Anzeiger vorliegt: Die Auflösung der Leitungsebene gebe „eine unwahre Tatsachenbehauptung“ wieder. Mitarbeiter seien weder abberufen noch anderen Trägern zugewiesen worden. Vielmehr liefen gerade Gespräche, ob und wo die Mitarbeiter zukünftig unter anderer Trägerschaft eingesetzt werden wollten.

Die Kritik des Vereins, „nicht über eine Tradition im Bereich der Ehrenamtlichkeit“ zu verfügen, die fehlende Mitarbeiter ersetzen könnten, sei aus Sicht der Stadt „nachweislich selbstverschuldet.“ Auch die Feststellung des Vereins, „er durfte und konnte sich zur Sache weder in den politischen Gremien noch in der Öffentlichkeit entscheidend äußern“, sieht die Stadt anders: Als Träger habe der Verein Rederecht in den Unterausschüssen gehabt und davon auch Gebrauch gemacht sowie sich auch eigenständig an die Presse gewandt.

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