Asklepios Klinik in Sankt Augustin: Ratsfraktionen fordern Erhalt der Kinderklinik

Asklepios Klinik in Sankt Augustin : Ratsfraktionen fordern Erhalt der Kinderklinik

Mit einer Resolution wenden sich die Sankt Augustiner Ratsfraktionen gegen die Schließung der Kinderklinik, die der Asklepios-Konzern beabsichtigt.

Beim Thema Kinderklinik sind sich die Sankt Augustiner Ratsfraktionen einig: Mit einer Resolution wenden sie sich gegen die Schließung der Einrichtung, die der Asklepios-Konzern beabsichtigt. Einstimmig beschloss der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag dazu eine Erklärung, die die Verwaltung nun veröffentlichen soll.

Darin wenden sich die Fraktionen im Rat der Stadt Sankt Augustin „mit Nachdruck gegen die Pläne der Asklepios Gesellschaft, die Kinderklinik in Sankt Augustin zu schließen. Wir fordern den Erhalt der Kinderklinik zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Rhein-Sieg-Kreis und weit über diesen hinaus“, denn die Kinderklinik habe sich einen hervorragenden Ruf über die Grenzen Sankt Augustins hinaus erarbeitet. Die Ratsfraktionen unterstützen zudem Bürgermeister Klaus Schumacher bei seinen Bemühungen und bestärken Landrat Sebastian Schuster darin, in einen Dialog mit dem Klinikbetreiber, dem Land, dem Landschaftsverband Rheinland, dem Uniklinikum Bonn und weiteren möglichen Kooperationspartnern zu treten, um den Standort in Sankt Augustin zu sichern.

„Die Kinderklinik ist eine Einrichtung von höchster Qualität. Wenn sie schließen würde, wäre es dramatisch für Eltern, Kinder und die Stadt“, sagte Marc Knülle (SPD). Georg Schell (CDU) verwies auf die weitere Infrastruktur wie etwa das Ronald McDonald Haus, auf die eine Klinikschließung Auswirkungen hätte. Wolfgang Köhler vom Aufbruch lobte die Einigkeit, er warf allerdings auch auf, ob As-klepios der geeignete Träger für die Kinderklinik sei. Der Konzern sei ein unsicherer Kandidat, der bereits die Geburtshilfe geschlossen habe und untertariflich bezahle, so Köhler.

Der Bürgermeister berichtete zudem von dem Gespräch mit dem Staatssekretär aus dem NRW-Gesundheitsministerium, der Asklepios Geschäftsführung aus Sankt Augustin, dem Landrat sowie weiteren Vertretern des Rhein-Sieg-Kreises und der Stadt Sankt Augustin, das am Dienstagmittag stattfand. „Die Ergebnisse sind für mich nicht zufriedenstellend“, sagte Schumacher. „Es gab keine konkreten Ergebnisse im Hinblick auf einen Handlungskatalog.“ Sein Ziel sei, die Klinik zu erhalten. Dass das Kinderherzzentrum geschlossen werde, sei aber nicht mehr zu verhindern. Dadurch gebe es laut Asklepios 45 Prozent Einbußen, so der Bürgermeister. „Es gibt aber noch keine Zahlen der bereinigten Defizite.“

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