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Schluss nach 48 Jahren: Radsport Krüger in Sankt Augustin schließt mangels Nachfolger

Schluss nach 48 Jahren : Radsport Krüger in Sankt Augustin schließt mangels Nachfolger

Das Fahrrad-Fachgeschäft Radsport Krüger in Sankt Augustin schließt mangels Nachfolger und hat mit dem Räumungsverkauf begonnen. Am Sonntag teilte der Inhaber das Aus des Familienunternehmens mit.

Dreieinhalb Jahre lang hatte Maximilian Greeven nach einem Nachfolger für sein weithin bekanntes Fahrrad-Fachgeschäft Radsport Krüger in Sankt Augustin gesucht. Nun ist die Suche zu Ende - vergebens. Am Sonntagabend teilte "Mäx", wie Greeven bei seiner jahrzehntelangen Stammkundschaft genannt wird, das Aus des Familienunternehmens mit. Seit gestern läuft der Schlussverkauf. Am 21. Dezember 2019 werden sich die Türen seines Geschäftes zum letzten Mal öffnen. Danach tritt Greeven, der vor 48 Jahren gemeinsam mit Linda Greeven den am 1. Januar 1965 von ihren Eltern gegründeten Laden übernahm, den wohlverdienten Ruhestand an.

Die Freude über die Freizeit wird - das war beim Gespräch am Montag spürbar - eindeutig vom Wehmut über den Abschied von seinen Kunden überrollt: "Sofern sich nicht kurzfristig noch jemand findet, ist zum Jahresende Schluss." Und das zu einer Zeit, in der das Fahrrad dank elektrischem Rückenwind und Klimadebatte einen echten Boom erlebe und der an der Verkehrsachse Bonn-Siegburg gelegene Laden sehr erfolgreich laufe, sagt der Inhaber: "Da auch wir den wohlverdienten Ruhestand genießen möchten, bleibt nur eine Möglichkeit: Wir hören auf, wenn es am Schönsten ist."

Abschied von den Kunden fällt schwer

Der Abschied vom Geschäft und insbesondere den Kunden werde ihnen schwerfallen, denn "immerhin ist und war der Fahrradladen unser Baby, unsere Existenzgrundlage, unser Leben." Ein Baby, dass man nicht fallen lassen, sondern sanft absetzen werde: Derzeit arbeite man an einer Lösung für den zukünftigen Service und den Kundendienst. Der Warenbestand werde nun aufgelöst und abverkauft: "Unser wahrscheinlich einzigartiger Bestand an Ersatzteilen, in rund 900 Schubläden mit bis zu 35 bis 40 Positionen je Schublade, an Kleinersatzteilen, Zubehör und nicht zuletzt die Fahrräder müssen neue Besitzer finden. Das letzte Teil, das wir verkaufen werden, ist dann unsere Kasse - ohne Inhalt." Unmittelbar nach dem Versand der E-Mail an alle Kunden seien die ersten Reaktionen eingetroffen, berichtet ein spürbar bewegter Maximilian Greeven: "Die meisten haben kondoliert, einer hat auch zum Ruhestand gratuliert." Bis dahin liegen aber noch einmal anstrengende Wochen und Monate vor den Mitarbeitern. Das Tagesgeschäft laufe weiter, und bis zum 23. November werde das Team auch Reparatur- und Serviceaufträge annehmen, kündigt der Inhaber an: "Bis zum Jahresende muss alles raus - einschließlich mir."