Kommentar: Personalpolitik per Postweg

Kommentar : Personalpolitik per Postweg

Das Vertrauen zwischen der Politik und Sankt Augustins Bürgermeister Klaus Schumacher scheint nachhaltig gestört zu sein. Wer monatelang Entscheidungen für eine wichtige Personalie hinauszögert und die dann kurz vor Ultimo ohne weitere Erläuterungen per Dringlichkeit eintüten will, der muss sich auch nicht wundern, wenn es Kritik hagelt.

Sicher: Bürgermeister und Politik waren sich grundsätzlich einig, für den neuen Stadtbrandinspektor eine Stelle im Rathaus zu schaffen. Aber eben nur im Grundsatz. Das entbindet Schumacher nicht von seiner Informationspflicht. Es ist überdies schlechter Stil, das auf dem Postweg einzuleiten und sich dann in der Urlaub zu verabschieden.

Mit der Personalie sind viele Fragen verbunden. Und die hat der Verwaltungschef rechtzeitig zu klären und zu beantworten. Hat die Kommunalaufsicht das Okay gegeben? Muss die Stelle nicht intern ausgeschrieben werden? Welche Kompetenzen bekommt der neue IT-Sicherheitsbeauftragte, und was genau macht er?

Der Job des Feuerwehrchefs allein füllt eine volle Stelle nicht aus. Überdies birgt eine per Dringlichkeit gefällte Entscheidung womöglich wegen der Wiederbesetzungssperre Probleme. Was indes schwerer wiegt: Schumacher hat Dirk Engstenberg viel zu lange im Ungewissen gelassen - wohl wissend, dass die Zeit drängt. So geht man nicht mit einem künftigen Kollegen um.

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