Lesung im Ronald McDonald Haus: Oliver Pocher stellt Kinderbuch in Sankt Augustin vor

Lesung im Ronald McDonald Haus : Oliver Pocher stellt Kinderbuch in Sankt Augustin vor

Der Comedian Oliver Pocher und seine Frau stellten im Ronald McDonald Haus an der Sankt Augustiner Kinderklinik ein neues Kinderbuch der Stiftung vor – und ließen lesen.

„Bist du der aus der Werbung?“ Nee, ist er nicht. Aber ein Oliver Pocher nimmt das mit Humor. „Du verwechselst mich wohl mit Pietro.“ Der 41-jährige Comedian und seine Frau Amira Aly (26) besuchten am Dienstagnachmittag das Ronald McDonald Haus an der Kinderklinik Sankt Augustin, wo sie das Kinderbuch „Was hat Fini denn bloß?“ vorstellten. Aus der Lesung wurde dann zwar nichts, das überließ das Paar den Kindern, dennoch kamen die Zuschauer auf ihre Kosten.

Vor allem wegen Pochers meistens eher gemurmelten Witzen. Da fragte er die verdutzten Kinder mal, ob einer aus China käme, weil dann müssten sie nämlich die Klinik abschließen – und keiner käme raus. Die beiden Mädchen, die Pocher am Ende fragten, ob er der Mann aus der Werbung sei, mochten ihn vielleicht nicht kennen. Viele andere offensichtlich schon. „Meine Kinder gucken mit der Oma immer ‚5 gegen Jauch‘ und haben ‚Let’s Dance‘ gesehen“, flüstert eine Mutter.

Engagement für die Stiftung

Als fast alle Kinder einmal mit Vorlesen dran gewesen waren, blieb es Pocher nur noch, das Spendenkonto der McDonald’s Kinderhilfe Stiftung zu erwähnen – nicht ohne festzustellen, dass seine Frau und er ja die Kinder für sie hätten arbeiten lassen. „Bisschen wie in Asien.“

Der Mann mit dem losen Mundwerk provoziert gerne mal, zurzeit sind Laura Müller (19) und der Wendler (47) das Objekt seiner bösartigen Witze, die er gerne über Facebook und Instagram verbreitet. An diesem Tag indes hält er sich merklich zurück. Zusammen mit seiner Frau plaudert er mit den Kindern, die ihnen an den Lippen hängen. Sie freuen sich über die vielen ungewöhnlichen Namen von Daria, Sina, Levi und anderen und gehen auf jedes Kind ein.

„Amira Aly und Oliver Pocher engagieren sich wirklich sehr stark für unsere Stiftung“, sagt Pressesprecherin Mona Weber, und die Leiterin des Augustiner Hauses, Sabine Dawabi, erinnert daran, dass Pocher einen überwiegenden Teil seines Millionengewinns bei „Wer wird Millionär?“ für den Bau des Hauses gespendet hatte.

Buch erklärt Bedeutung

Jetzt hat die Stiftung mit Hilfe einer Kreativagentur aus München ein Bilderbuch für Kinder herausgebracht, das kindgerecht die Bedeutung der Ronald McDonald Häuser erklärt. Als Fini der Fuchs nämlich einmal sehr krank wird, der Arzt Dr. Igel aber sehr weit weg lebt, müssen sich Fini und seine Freunde auf den weiten Weg machen.

Was das Angebot dieses Hauses bedeutet, davon kann Marzena berichten. Die 31-jährige Düsseldorferin lebt nämlich schon seit August 2019 in diesem Haus. Ihr Kind, der mittlerweile zehn Monate alte Miko ist schwerkrank. Die 31-Jährige erzählt von den Herzfehlern und etlichen OPs, die der Kleine schon hinter sich hat – wie eine medizinische Expertin. Jeden Tag versorgt und pflegt sie ihren Jungen, was sie nicht machen könnte, wenn es das Elternhaus mit seinen 25 Apartments nicht gäbe. Zu Hause versorgen ihre Mutter und ihr Mann die anderen vier Mädels zwischen sieben und fünf Jahren. „Weihnachten haben wir alle zusammen hier gefeiert“, erzählt sie freudestrahlend. „Ich bin so froh, dass es dieses Haus und die netten Leute gibt.“