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Sankt Augustin: Neues Personal soll für neuen Schwung sorgen

Sankt Augustin : Neues Personal soll für neuen Schwung sorgen

Heute ist Klimaschutz in aller Munde. Doch bereits 2006 hatte die Stadt Sankt Augustin ein lokales Klimaschutzkonzept erarbeitet, das 2007 vom Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss verabschiedet wurde.

"Damit waren wir eine der ersten Kommunen in der Region, vielleicht sogar die erste überhaupt, die einen Fahrplan für den Klimaschutz hatte", betonte nun der Technische Beigeordnete Rainer Gleß: "Wir hatten allerdings wieder einmal das Problem, dass wir den Dingen vorgriffen, die erst später en vogue wurden."

Kurzum: Fördergelder gab es damals noch keine. Also griff die Stadt in den eigenen Säckel, um dem "Fahrplan für den Klimaschutz" auch Taten folgen lassen zu können. So nehme man rund 30 000 Euro Mehrkosten in Kauf, um einen möglichst hohen Ökostromanteil bei städtischen Gebäuden zu verwenden.

Neben Festlegung von Klima- und Umweltschutzzielen im Stadtentwicklungskonzept 2025 sowie verbindliche Bauleitplanungen mit CO2-freundlichen Techniken entstanden ein Solardachkataster aller städtischer Gebäude sowie fünf Photovoltaikanlagen auf Dächern von Schul- und Sportgebäuden.

Aber auch die weitgehende Wärme- und Energieeigenversorgung der Kläranlage "ZABA" und Angebote für Bürger im Büro für Natur- und Umweltschutz, wo das Thema angegliedert ist, zählten zu den Umsetzungen, sagte Gleß: "So gehen wir peu a peu vor, bilden etwa Rückstellungen im Haushalt für energetische Sanierung."

Neuen Schwung soll das Thema mit zwei neuen Gesichtern bekommen, deren Einstellung der Stadtrat Ende 2012 durch die Schaffung zweier unbefristeter Stellen ermöglicht hat. Mit Natalie Nellißen und Simon Reuter wurde das Büro für Natur- und Umweltschutz nun verstärkt.

Die 33-jährige Diplommaschinenbauerin mit Fachbereich regenerative Energie- und Stofftechnik sowie der 28 Jahre alte staatlich geprüfte Energie- und Umweltschutztechniker sowie Gebäudeenergieberater sollen die verschiedenen Teilkonzepte und Maßnahmen für den Klimaschutz noch besser vernetzten.

Dabei soll Natalie Nellißen nicht nur auf lokaler Ebene Klimaschutzmaßnahmen umsetzen und nachhaltige Energiekonzepte entwickeln, sondern auch die entsprechenden Fördergelder generieren. "Ein Stichpunkt ist da etwa das Thema Elektromobilität, etwa der Einsatz von E-Bikes oder auch das Thema Carsharing als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr", erklärte Nellißen, die selbst privat möglichst häufig mit Bus und Bahn statt dem Auto unterwegs ist.

Konkrete Energiesparmaßnahmen an städtischen Gebäuden, aber auch Schulungen und Beratungen wird Simon Reuter durchführen. Über das Büro für Umwelt- und Naturschutz soll er sein Fachwissen auch an die Bürger weitergeben und ihnen bei der Beantragung von Fördermitteln zur Seite stehen. Erfahrung hat er darin nicht nur beruflich: Auch privat setzt er auf energiesparende Haushaltsgeräte und Einspartipps. Denn die schonen nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.