Ärger bei den Anwohnern: Neues Konzept für Sankt Augustiner Glascontainer

Ärger bei den Anwohnern : Neues Konzept für Sankt Augustiner Glascontainer

Der Sankt Augustiner Stadtrat hat 60 000 Euro für zwei Unterflur-Glascontainer bewilligt. Außerdem ging es im Rat um den geforderten Zebrastreifen vor der Hangelarer Grundschule.

Sollen die Mittel für die Unterflur-Glascontainer in den Nachtragshaushalt eingestellt werden oder nicht? Wird ein Zebrastreifen vor der Grundschule Hangelar die Verkehrssicherheit erhöhen oder nicht? Diese beiden Punkte wurden von FDP und SPD als zusätzliche Kostenstellen für den Nachtragshaushalt auf die Tagesordnung im Sankt Augustiner Stadtrat gesetzt und am Ende auch beide positiv beschieden.

Zunächst gab es jedoch Diskussionsbedarf. Am Ende beschlossen die Ratsmitglieder gegen die Stimmen der Linken, für gleich zwei mögliche Unterflurcontainer 60 000 Euro bereitzustellen. Auch die 10 000 Euro, die ursprünglich für einen Zebrastreifen gedacht waren, sollen zunächst im Nachtragshaushalt bleiben, um dieses Geld für eine geeignete Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit vor der Schule nutzen zu können. Ein Zebrastreifen, wie ursprünglich geplant, wird es jedoch wohl nicht werden. Die Kreispolizeibehörde jedenfalls konnte keine sicherheitserhöhende Wirkung eines Zebrastreifens feststellen.

In einer Stellungnahme heißt es, dass ein Fußgängerüberweg den Vorrang des Verkehrs auf der Fahrbahn durchbrechen solle, wenn anders ein sicheres Queren nicht oder nur schwer möglich sei. Da jedoch die Schule an einer Nebenstraße liege, sei diese Voraussetzung nicht gegeben.

Die Polizei sieht vielmehr durch das Anhalten der Fahrzeuge an einem Zebrastreifen eine Verschlechterung der Verkehrssicherheit, vor allem während der Hol- und Bringzeiten. „Die Folge ist sicherlich, dass in den Stoßzeiten am Fußgängerüberweg haltende Eltern und dahinter folgende Fahrzeugführer ihre Kinder genau dort aussteigen lassen“, so die Begründung der Polizei. Das bringe eine Verschlechterung der Sichtbeziehung. Ein zudem gleichzeitiges Vorbeifahren an den haltenden Fahrzeugen könne ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Auch nimmt die Polizei an, dass ein Zebrastreifen das unbedachte Überqueren der Straße durch die Kinder begünstigt. Der Fußgängerüberweg sei deshalb nach Verkehrssicherheitsaspekten nicht empfehlenswert und werde in der Situation sogar als bedenklich eingestuft. Was letztendlich die Straße vor der Schule sicherer machen soll, dazu gab es im Rat noch keine Vorschläge. Die sollen jetzt von der Verwaltung erarbeitet werden.

Standorte noch nicht geklärt

Zum Thema Unterflur-Glascontainer wollen die Politiker das Konzept der Verwaltung zu möglichen Standorten abwarten, bevor eine konkrete Entscheidung getroffen wird. Wie mehrfach berichtet, gab es vor allem aus der Bachstraße in Hangelar lautstarke Proteste gegen die dort aufgestellten Glascontainer, von denen sich die Anwohner massiv gestört fühlen. Das Unterflur-System besteht in der Regel aus vier Behältern mit vier Betonhüllen und einer Sicherheitsplattform. Die Kosten pro Container-System würden sich auf 29 500 Euro belaufen. Angesichts dieser erheblichen Summe von knapp 60 000 Euro für zwei Systeme erkundigte sich CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Schell im Rat, wie das weitere Prozedere sei und ob die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) überhaupt die Kapazitäten dazu habe. Marc Knülle, SPD-Fraktionsvorsitzender, erinnerte an den bereits gefassten Beschluss, nach Lösungen zu suchen, zudem gebe es erheblichen Bedarf für zwei Standorte. „Egal wie, es macht Sinn, die Mittel im Nachtragshaushalt einzustellen“, sagte Knülle.

Stefanie Jung, FDP-Fraktionsvorsitzende, formulierte ihre Probleme mit der Festlegung des Standortes Bachstraße. Bis zur Vorlage eines Konzeptes zu den besten Standorten für Glascontainer müsse auch der an der Bachstraße offen bleiben. Dieser wurde daraufhin aus dem Beschlusstext gestrichen.

Krishna Koculan (Linke) konnte keinen wirklichen Grund für die teure Installation von Untergrund-Glascontainern finden. „Das Geld können wir uns sparen und anderswo sinnvoller einsetzen“, schlug er vor. Er konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Die Mittel für zwei Unterflur-Container wurden im Nachtragshaushalt eingestellt. Die Debatte und Entscheidung zu den möglichen Standorten wurde in den Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss verwiesen.

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