Für chronisch kranke Kinder: Neue Station in der Kinderklinik in Sankt Augustin

Für chronisch kranke Kinder : Neue Station in der Kinderklinik in Sankt Augustin

Die Kinderklinik in Sankt Augustin richtet eine pädiatrische und onkologische Tagesklinik ein. Bis zu 30 ambulant zu versorgende Patienten, sechs stationäre und drei bis vier Infusionspatienten können dort täglich behandelt werden.

Wenn Kinder krank werden, ist das schon schlimm genug. Und wenn sie dann noch ins Krankenhaus müssen, noch schlimmer. Den kleinen Patienten das Leben leichter zu machen, ist so auch das erklärte Ziel der Asklepios Kinderklinik in Sankt Augustin.

„Ich habe erfreuliches mitzuteilen“, sagte gestern Gerd Horneff, Chefarzt der Allgemeinen Kinder- und Jugendmedizin der Kinderklinik. Der Medizinprofessor stellte die neue pädiatrische und onkologische Tagesklinik im Hause vor. Ein mit fröhlichen Bildern bemalter Flur empfängt die jungen Patienten. „Das ist nicht mehr die sterile Anmutung von Krankenhausfluren“, freute sich Horneff. Von diesem Flur gehen dann fünf Sprechzimmer ab sowie weitere Räume, in denen Infusionspatienten behandelt werden oder Kinder nach einer Narkose ausschlafen können. Bis zu 30 ambulant zu versorgende Patienten, sechs stationär aufzunehmende und drei bis vier Infusionspatienten können dort täglich behandelt werden, erklärte Horneff. Die Bilder haben dank eines persönlichen Kontaktes Kulissenmaler der Oper Köln und Hamburg gemalt. Und schließlich habe der Förderverein der Kinderklinik mit entsprechendem Geld die Malerei unterstützt.

Lob vom Chefarzt

In Rekordzeit von etwa acht Wochen sei die neue Station entstanden, lobte auch Klinik-Geschäftsführer Uwe Jansen die reibungslose Umbauphase. Und die Maler hätten die Wände in nur fünf Wochenenden verschönert. So sei für die zunehmende Zahl ambulant zu versorgender Kinder „eine schöne, kindgerechte Station“ entstanden. „Das hat vom Personal ganz viel abverlangt“, wandte sich Horneff an die Mitarbeiter. „Sie haben großen Mut und große Bereitschaft gezeigt“, lobte der Chefarzt.

„Die entsprechenden Versorgungsstrukturen bestehen schon lange, wir mussten sie nur zusammenführen“, sagte Horneff weiter, „denn leider haben Kinder nicht nur akute Erkrankungen. Sehr viele von ihnen leiden heute an chronischen Krankheiten.“ Bereits bei seinem Eintritt in die Klinik vor 13 Jahren habe er gesagt, dass die chronisch kranken Kinder viel zu Hause sein sollen, möglichst viel in ihrer gewohnten Umgebung leben sollten.

Der Besuch im Krankenhaus wird leichter

„Wir finden das ganz toll, dass wir jetzt diese Tagesklinik haben“, gab Horneff seine Stimmung und die seiner Mitarbeiter wieder. Schließlich sei ja auch das Sankt Augustiner Haus mit dem Kinder-Rheumazentrum die zweitgrößte Einrichtung ihrer Art in ganz Deutschland, in dem nicht nur Patienten aus Nordrhein-Westfalen, sondern auch unter anderem auch aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz behandelt werden.

Bei den chronischen Leiden der Kinder sei nicht nur an onkologische oder neurologische Erkrankungen zu denken, zeigte Horneff auf. Rund 750 an Rheuma erkrankte Kinder werden jährlich in Sankt Augustin behandelt. „Rheuma ist eine richtige Seuche“, sagte Horneff, „bei der vielfach genetische Einflüsse eine Rolle spielen.“ So werde der Besuch im Krankenhaus nun doch um einiges leichter für die jungen Menschen. „Dank der Hilfe der Maler freuen sich die Kinder auch über die schönen Bilder.“

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