Sankt Augustin-Menden: Neue Räume für die Gesamtschule

Sankt Augustin-Menden : Neue Räume für die Gesamtschule

Sie ist noch eine Baustelle, und das wird sie in den kommenden Jahren mit mehr oder weniger großen Auswirkungen auch bleiben. Die Gesamtschule Menden ist vier Jahre nach ihrer Gründung schon sehr gut unterwegs, aber noch im Aufbau befindlich.

Ein große Chance freilich liegt darin, aus den alten und zum Teil sanierungsbedürftigen Gebäuden des Schulzentrums eine moderne Lernstätte zu zaubern. Wenngleich es nicht mit Zauberei geht, sondern viel harte Arbeit bedeutet, die alten Gebäude zu modernisieren, die alte Aula mit neuer Mensa zu kombinieren und neue Gebäude zu errichten. Der Fahrplan dafür steht soweit. Klar ist nun auch, wie der neue Fachraumtrakt aussehen soll. Den brachte der Sankt Augustiner Gebäudeausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig auf den Weg.

Gut 6,6 Millionen Euro muss die Stadt in das neue Gebäude investieren, das dort gebaut werden soll, wo jetzt noch das marode Verwaltungsgebäude der Hauptschule steht. Das ist in etwa so viel Geld, wie für den Umbau der Aula/Mensa benötigt wird. "Es wird ein separates Gebäude errichtet und das alte abgerissen", sagte Stadtsprecherin Eva Stocksiefen. Umgesetzt wird eine "Minimallösung", wie es die Verwaltung ausdrückt, die sich auf die absoluten Notwendigkeiten beschränkt.

  • Das Gebäude: Es umfasst drei Geschosse. Im zweiten Obergeschoss sind drei Fachräume für die Naturwissenschaften vorgesehen, dazu ein Vorbereitungsraum sowie ein Lehrerraum. Im ersten Obergeschoss wird ein Fachraum Naturwissenschaften entstehen mit einem Vorbereitungsraum. Geplant sind auch ein Selbstlernzentrum, ein Lehrerraum sowie ein Raum "Neue Technologien". Im Erdgeschoss werden ein Musik- sowie ein kleiner und ein großer Mehrzweckraum eingerichtet. Aufgrund neuer Vorschriften muss entgegen bisheriger Planungen eine Lüftungsanlage eingebaut werden, was eine Verlängerung der Bauzeit um rund drei Monate zur Folge hat. Das Gebäude erhält eine Verbindung zur Aula/Mensa. Ein außen liegendes Treppenhaus dient als zweiter Rettungsweg.
  • Inklusion: Alle Geschosse können mit einem Aufzug erreicht werden. Alle Ebenen sind für Schüler und Lehrer barrierefrei zugänglich. Im Erdgeschoss wird eine barrierefreie Toilette eingebaut, alle Räume erhalten barrierefreie Zugänge. Der Aufzug erhält ein behindertengerechtes Bedienfeld mit Brailleschrift. Zur Orientierung im Treppenhaus wird taktiles, oberflächensensibles Schaltermaterial verwendet. In den Fluren und dem großen Mehrzweckraum werden Induktionsschleifen für hörbehinderte Menschen verlegt. Auch Farbmarkierungen an den Wänden und Treppenstufen sind vorgesehen.
  • Optionen: Als Ergänzung zur Minimallösung hat der Ausschuss beschlossen, fünf von der Verwaltung empfohlene Optionen für zusätzlich 126.900 Euro zu realisieren. So soll eine Einbruchmeldeanlage (12.000 Euro) eingebaut werden und der gesamte Fachraumtrakt einen WLAN-Zugang bieten (4000 Euro). Dazu werden die Räume im Erdgeschoss eine Verdunklungsmöglichkeit in Form von elektrisch betrieben Rollos erhalten (53.000 Euro). Das sei Wunsch der Schule und deshalb empfehlenswert, weil dort Beamer-Vorführungen stattfinden sollen und die Schwarzlicht-Theater-AG dort probt. Der Musikraum erhält Lautsprecher in allen vier Ecken des Raumes (2900 Euro). Nicht zuletzt soll auf dem Dach des Gebäudes eine Solaranlage installiert werden (55.000 Euro). Der erzeugte Strom wird zum größten Teil für das Gebäude genutzt. Die Anlage hat sich in 14 Jahren amortisiert.
  • Zeitplan: Im kommenden März/April will die Stadt mit dem Abriss und dem Bau des neuen Fachraumtraktes beginnen. Er soll mit Schuljahresbeginn 2017/18 fertig sein. "Es kann aber sein, dass es ein paar Wochen länger dauert", sagte Stocksiefen. Bis dahin soll auch die kombinierte Aula/Mensa fertig sein. Der Einbau der Optionen verzögert die Fertigstellung insgesamt um 20 Wochen.