Menden: Planungsausschuss legt Ausbauvariante für die Hertzstraße fest

Ausbau in Menden : Neugestaltung der Hertzstraße kann starten

Der Sankt Augustiner Planungsausschuss hat sich auf eine Ausbauvariante für die Hertzstraße in Menden festgelegt. In der Sitzung gab es auch eine Debatte über mangelnden Respekt.

Die Ausbauvariante für die Hertzstraße in Menden steht fest. Sie wird künftig einen einseitigen Gehweg von 2,10 Metern Breite erhalten, der auch um den Wendehammer führt. Hinzu kommen Parkbuchten auf der gegenüberliegenden Seite, drei zusätzliche Bäume sowie eine Fahrbahnbreite von rund 5,15 Meter. Die Stadt kann nun die Auftragsvergabe vorbereiten. Einige Bürger verfolgten die Debatte von den Zuschauerplätzen aus.

Einstimmig sprach sich der Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss der Stadt Sankt Augustin damit für einen von den Anwohnern eingebrachten Kompromiss aus, den die Stadtverwaltung an einigen Stellen überarbeitet hat. Denn die Bürger wollten an einem schmaleren Gehweg und einer breiteren Fahrbahn festhalten. Laut Stadt ist das aufgrund der rechtlichen Vorgaben jedoch nicht möglich. Eventuell könne die Fahrbahn jedoch noch etwas breiter werden, indem ein Schrammbord entsprechend schmaler werden könne, so die Verwaltung.

Wie berichtet, soll die Hertzstraße im Zuge der anstehenden Kanalsanierung auch modernisiert und an die Anforderungen der Barrierefreiheit angepasst werden. Die Sanierung hatte die Anwohner auf den Plan gerufen, die unter anderem die Pläne und die Informationspolitik der Stadt kritisierten. In der Ausschusssitzung Ende September beschlossen die Politiker deshalb, die Bürger erneut anzuhören. Ende Oktober kamen Verwaltung und Anwohner zum Infoabend zusammen – und erarbeiteten den Kompromiss. „Ich glaube, wir sind in vernünftiger Atmosphäre zu einem guten Ergebnis gekommen“, sagte der Erste Beigeordnete Rainer Gleß in Bezug auf die Bürgerinformation. „Wir haben dort gesagt, wir werden unsere Vorzugsvariante nicht weiter verfolgen.“ Der Abend sei aus seiner Sicht ein Erfolg gewesen.

Überschattet wurde er jedoch von einer Aussage eines Bürgers, von der Gleß nachträglich erfuhr. „Der Satz ‚Gleich werden sie erschossen’ ist im Vorfeld der Veranstaltung mehrfach von einem Anwohner gefallen“, so der Erste Beigeordnete. „Hätte ich das vor der Veranstaltung erfahren, hätte sie nicht stattgefunden.“ Es gehe dabei um das Thema Respekt. Er wolle die Bürgerschaft nicht maßregeln, aber die Person habe damit alle diskreditiert. „Mit solchen Äußerungen sind überhaupt keine Diskussionen mehr möglich“, sagte Gleß. „Ich wehre mich gegen die Verrohung, die immer mehr stattfindet.“

Zuspruch erhielt er von den Fraktionen. Es sei eine Problematik, die die Politik immer mehr feststellen müsse, sagte der Ausschussvorsitzende Marc Knülle (SPD): „Es werden heute Sachen gesagt, wo keiner mehr aufsteht und klare Kante zeigt.“ Claudia Feld-Wielpütz (CDU) ergänzte: „Was vielleicht flapsig gesagt wird, hat auf andere ganz andere Auswirkungen.“

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