Bikersegnung in Sankt Augustin: Mehr als 700 Biker nahmen an Motorradprozession teil

Bikersegnung in Sankt Augustin : Mehr als 700 Biker nahmen an Motorradprozession teil

710 Fahrer Biker aus dem In- und Ausland starten zu einer Motorradprozession von Hangelar nach Niederpleis. 48 Kradfahrer der Polizei waren mit dabei.

Nach einem Segensgebet von Pfarrer Stephan Becker startete eine Kolonne aus PS-starken Motorrädern am Samstag um 15.45 Uhr von der Bundesgrenzschutzstraße in Hangelar zu einer Prozessionsfahrt nach Niederpleis. Dort, in der Kirche Sankt Martinus, hielt Pfarrvikar Gregor Platte mit den Polizeipfarrern Stephan Becker und Thomas Gregorius einen Gottesdienst für im Dienst getötete Polizisten und für tödlich verunglückte Biker. „Gemeinsam lenken und gedenken“ lautete das Motto der Fahrt.

Vorne weg fuhren 48 Blaulichtkradfahrer aus Deutschland, den Niederlanden und Frankreich. Ihnen folgte hupend und blinkend ein dröhnender Schwarm aus Privatmaschinen. Jeder war willkommen: Motorräder fuhren neben knatternden Mofas und Rollern. Unter den Fahrern war auch Ulla Fritz aus Bonn auf ihrer türkisen Harley Davidson: „Ich bin schon zum fünften Mal dabei. Mir ist es ein Anliegen, in Gedenken an die Verstorbenen mitzufahren. Das fördert das Gemeinschaftsgefühl. Außerdem möchte ich mal die älteste Harley-Davidson-Fahrerin Deutschlands werden“, so die 69-Jährige. Die vielen bunten Motorradkutten lockten über die elf Kilometer lange Strecke von Hangelar nach Niederpleis Tausende Zuschauer an. „Die Fahrt hat Volksfestcharakter“, sagte denn auch Polizeisprecher Jens Flören.

Extra Biker-Camp auf dem Festgelände

Anlässlich des Gottesdienstes hatte die Bundespolizei am Wochenende ein Biker-Camp auf dem Festgelände des Flugplatzes Hangelar aufgebaut. „Wir haben viele Motorradbegeisterte, die aus Dänemark, der Schweiz und anderen Ländern kommen und können ihnen mit dem Camp eine Übernachtungsmöglichkeit bieten. Außerdem soll neben dem Spirituellen auch die Gemeinschaftlichkeit im Vordergrund stehen“, so Flören. An einem offenen Biker-Stammtisch im Festzelt konnten sich die Besucher mit Freunden aus dem In- und Ausland austauschen.

Am Samstag gab es Ausfahrten und ein Informations- und Unterhaltungsprogramm. „Nachdem ich schon einige Male an der Prozessionsfahrt teilgenommen habe, komme ich heute nur als Zuschauer. Ich möchte das Feeling mal von außen miterleben. Ich interessiere mich für die Maschinen, die auf dem Festgelände zum Verkauf stehen“, sagte ein Besucher aus Mönchengladbach. Abends sorgten kölsche Tön von Klaus Krumsdorf für Stimmung. Danach rockte die Band „Thunderbird“.

Neben der Unterhaltung stand der gute Zweck im Vordergrund. Im Anschluss an den Gottesdienst konnten sich die Besucher Getränke und Kuchen genießen. Der Erlös kommt der Kita Niederpleis zugute. Im Biker-Camp wurde für den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Rhein-Sieg gesammelt. Die Prozessionsfahrt mit dem Polizei-Biker-Gottesdienst findet bereits zum 15. Mal statt. „Wir sind stolz darauf, in all den Jahren insgesamt 61.000 Euro für karitative Zwecke eingesetzt zu haben“, sagte Flören.