Huma in Sankt Augustin: Kunden sorgen sich nach Rangelei im Einkaufscenter

Huma in Sankt Augustin : Kunden sorgen sich nach Rangelei im Einkaufscenter

Nach der Rangelei im Sankt Augustiner Huma-Einkaufszentrum steht das Telefon nicht still , weil sich besorgte Kunden melden. Der Manager hält sein Center für sicher. Gesichtskontrollen und zusätzliche Videokameras solle es nicht geben.

Für gehörig Verunsicherung bei den Kunden und Anwohnern des Huma-Einkaufcenters hat der Polizeieinsatz am Montagabend gesorgt. Wie berichtet, war der Grund für den Großeinsatz eine Rangelei unter Jugendlichen. Laut Polizei waren 22 Heranwachsende beteiligt. Die beiden vom Huma-Sicherheitsdienst gerufenen Streifenwagen der Siegburger Polizei bekamen Verstärkung, und zwar von sechs Bussen der Bonner Einsatzhundertschaft, die sich zufällig in der Nähe befanden. Ein derart großes Polizeiaufgebot sorgte wiederum für Gesprächsbedarf bei den Kunden, aber auch die Anwohner haben Sorge.

„Ich bekomme bis heute Anrufe, was denn bei uns los war“, berichtet Center-Manager Alexandros Papadopoulos. Das gehe so weit, dass man nachfrage, ob es sich um einen Anschlag mit terroristischem Hintergrund gehandelt habe. Papadopoulos gibt aber Entwarnung. Der Vorfall sei aus seiner Sicht nicht so gravierend gewesen. „Die Jungs haben Ferien, langweilen sich und geraten in Streit, so ist das eben“, beschreibt er das Geschehene.

Schon vor dem Center auf dem Marktplatz sei der Streit zwischen zwei Jugendlichen eskaliert. Nachdem sie dann in das Center hineingegangen seien, habe der Sicherheitsdienst die Polizei informiert. Dass neben den beiden Streifenwagen dann noch ein Großaufgebot aus der Hundertschaft eintreffe, sei zwar angesichts des Anlasses übertrieben gewesen. „Aber es war auch eine gute Abschreckungsmaßnahme, denn keiner der Jungen hätte jemals damit gerechnet, dass ihr Verhalten solche Folgen haben könnte“, sieht Papadopoulos auch das Positive der umfassenden Polizeiaktion. Ohnehin dürfen einige der Beteiligten das Center erst mal nicht wieder betreten, denn gegen sie wurde ein Hausverbot ausgesprochen. Gegen einen der Beteiligten wurde zudem Anzeige wegen Körperverletzung gestellt.

„Das ist Center-Leben“, resümiert Papadopoulos. Hausverbote seien bei durchschnittlich 18.000 Besuchern am Tag ohnehin immer wieder an der Tagesordnung. Das geschehe immer dann, sobald sich jemand nicht an die Hausordnung halte und der zunächst freundlichen Hinweisen des Sicherheitsdienstes nicht Folge leiste. „Dann wird die Polizei gerufen und ein Hausverbot erteilt“, so Papadopoulos. Auch bei Diebstählen folge ein Hausverbot. Hier arbeite man auch eng mit den Sicherheitsleuten der größeren Ladenketten zusammen.

Angesichts des Vorfalls am Montag wird sich jedoch überhaupt nichts ändern im Center. Es werde keine Gesichtskontrollen geben, auch weitere Videokameras würden nicht installiert. Die Sitzgelegenheiten blieben, und auch freies Wlan werde es weiterhin geben. Jugendliche seien im Center genauso willkommen wie Familien oder Senioren, so Papadopoulos. „Solange sich die Jungs an die Regeln der Hausordnung halten, dürfen sie sich überall aufhalten“, sagt der Center-Manager. Sollte es jedoch weitere Vorfälle geben, dann werde geschaut, ob ein Hausverbot vorliege und die Polizei verständigt. Unterm Strich sei gerade das Einkaufscenter in Sankt Augustin ohnehin wie „ein friedliches gallisches Dorf“, in dem vergleichsweise wenig passiere.

Die Shops im Center waren in der Mehrheit zum Zeitpunkt des Vorfalls bereits geschlossen, und beunruhigt ist offenbar auch niemand, angesichts des Polizeiaufgebotes. Weder im Cafelito noch im Camp David/Soccx wussten die anwesenden Mitarbeiter, dass es überhaupt einen Vorfall mit Polizeieinsatz gegeben hat. Auch der „Lieblingsplatz“ hatte schon geschlossen, sodass die Mitarbeiterin nur das Polizeiaufgebot bemerkt hatte, ohne zu wissen, warum so viele Polizisten vor Ort waren.

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