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Behandlung in der Kinderklinik Sankt Augustin: Krebskranker Ivan fiebert der Heimreise entgegen

Behandlung in der Kinderklinik Sankt Augustin : Krebskranker Ivan fiebert der Heimreise entgegen

Neue Lebensperspektiven eröffnen sich aktuell für den sechs Jahre alten Ivan aus der Ukraine. Wenn alles nach Plan läuft, kann er am 8. November das Ronald McDonald-Haus verlassen.

Dann hat er 225 Tag dort gelebt und war somit der Bewohner, der gemeinsam mit seiner Mutter Natascha am längsten in dem neuen Elternhaus der Kinderklinik sein vorübergehendes Zuhause hatte. Gesundheitlich geht es derzeit nur bergauf für den kleinen Jungen, der noch vor drei Monaten sehr still und zurückhaltend war.

Jetzt lacht Ivan wieder, ist insgesamt viel aktiver und möchte mehr unternehmen. Auch sein Appetit ist enorm gewachsen und neben der Arbeit im Garten gehört inzwischen das Kochen zu den Lieblingsbeschäftigungen des Jungen. Vom Elternhaus hat er zu diesem Zweck eine große Kochmütze und eine Schürze geschenkt bekommen.

Wie berichtet, wurde Ivan am 16. März in der Kinderklinik operiert, denn er hatte einen bösartigen Tumor im Gehirn, so groß wie eine Apfelsine. Zwei Bestrahlungseinheiten in der Kinderklinik in Köln und insgesamt neun Chemotherapien in Sankt Augustin musste Ivan aushalten. "Die Behandlung war sehr intensiv, weil der Tumor schon so groß und so aggressiv war", berichten die Eltern Dimitriy und Natascha Semenenko. Lange Zeit sei er in der Ukraine falsch behandelt worden. Zeit, in der das Krebsgeschwür wachsen konnte. "Ivan sei eine absolute Ausnahme, denn viele Kinder schaffen es nicht nach einem so schweren Eingriff", erzählen die Eltern. Auch wenn es Ivan schon wieder recht gut geht, er am vergangenen Freitag die Kanüle aus seinem Kopf entfernt bekommen hat, Augenbrauen und Wimpern wieder wachsen und auch auf dem Hinterkopf ein leichter Flaum zu spüren ist: Die Chancen, dass er die Krankheit wirklich überstanden hat, stehen nach wie vor bei fünfzig Prozent. "Der Tumor kann jederzeit wiederkommen", wissen die Eltern. Durch das Blut könnten sich kleinste Zellen im Körper verteilen und erneut zu einem Ausbruch der Krankheit führen.

Vierteljährlich wird Ivan deshalb auch nach seiner Entlassung in der Kinderklinik zur Kontrolluntersuchung erscheinen müssen. Jedes Mal wird es für die Eltern dann ein Hoffen und Bangen sein, ob noch alles in Ordnung ist bei ihrem Sohn, der schon so viel miterleben musste. Trotz der schweren Eingriffe sind bisher weder motorische noch psychische Folgeschäden erkennbar.

Ivan freut sich ganz besonders auf seine Oma in der Ukraine und darauf, jetzt endlich eingeschult zu werden. Die Eltern sind trotz des schweren Schicksalsschlags voller Dankbarkeit. Besonders Dimitriy ist es sehr wichtig, sich zu bedanken: bei den Ärzten, den Mitarbeitern des Elternhauses und den ehrenamtlichen Helfern wie Olga Dückmann, die als Privatkundenberaterin bei der Kreissparkasse Köln arbeitet und immer dann, wenn eine russischsprachige Übersetzerin gebraucht wird, zur Stelle ist. Weiter behandelt werden kann Ivan aber nur dann, wenn alle Rechnungen beglichen werden.

Noch ungefähr 40 000 Euro müssen die Semenenkos aufbringen. Insgesamt hat die Behandlung ihres Sohnes rund 110 000 Euro verschlungen. Nach dem letzten Spendenaufruf haben GA-Leser 3000 Euro gespendet, wofür Dimitriy Semenenko unendlich dankbar ist. Mit so viel Hilfsbereitschaft hier in Deutschland hätten sie nicht gerechnet, meint der Vater, der von einer älteren Dame erzählt, die ihr gesamtes Geburtstagsgeld für Ivan gespendet hat.

Spendenplattform

Auskunft über das Spendenkonto geben die Mitarbeiter des Elternhauses unter der Rufnummer 0 22 41/234 280. Zudem wurde vom Elternhaus eine Spendenplattform für Ivan eingerichtet, um auf diese Weise einen Teil der Kosten zu sammeln. Der Link dazu lautet: https://www.betterplace.org/de/projects/32032-spende-fur-die-operations-behandlungskosten-von-ivan-aus-der-ukranine.