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Angebot der katholischen Kirche: Kommunionkleiderbörse in Mülldorf gut angenommen

Angebot der katholischen Kirche : Kommunionkleiderbörse in Mülldorf gut angenommen

Vom Kleid bis zum schicken Schuh: Bei der Kommunionkleiderbörse der katholischen Kirche in Sankt Augustin-Mülldorf nutzten Kinder und ihre Eltern die Gelegenheit, nach gebrauchten Kleidern zu schauen.

Weiß muss es sein, das perfekte Kleid für die Erstkommunion, und natürlich „wunderschön“. Darin waren sich die jungen Damen einig, die am Samstagnachmittag mit ihren Müttern zur Kommunionkleiderbörse im Mülldorfer Pfarrheim gekommen waren. Die Börse ist seit Jahren ein öffentlicher Geheimtipp, wie Gemeindereferent und Organisator Norbert Koch erklärte: „In manchen Jahren ist kaum etwas los, zuletzt war es immer rappelvoll.“ So auch am Samstag. Schon vor offiziellem Beginn war der Andrang groß, die ersten Mädchen waren in ihre Kleider geschlüpft und hatten dafür die Behindertentoilette, das Treppenhaus sowie das Gemeindebüro zu Umkleidekabinen umfunktioniert.

Ein elegantes, glattes Kleid mit Satin und feiner Stickerei, eine passende Bolerojacke, dazu ein Haarreif, eine schmucke Tasche und weiße Ballerinas – auf dem ersten Tisch im Pfarrsaal hatte Monika Hakes die Kommunionkleidung ihrer Tochter Sally im Angebot: „Die Börse ist eine tolle Idee. Kommunionkleider werden nach der Anprobe nur einmal zur Erstkommunion und vielleicht noch einmal zu Fronleichnam getragen – die Kleidung ist also wie neu.“ Gleich nebenan hatte Norbert Koch ein Kommunionkleid aus Baumwolle mit aufwendiger Spitze und Rüschen platziert, das weitaus weniger Beachtung fand. „Eine Mutter hat es vorbeigebracht. Das Kleid ist gerade zwei Jahre alt, sie will aber nichts mehr für das Kleid haben. Wir geben es gegen eine kleine Spende ab oder auch umsonst, wenn eine Familie kaum Geld hat“, so Koch.

Eltern freuen sich über das Angebot

Geld ist beim Kommunionkleiderkauf durchaus ein Thema, wenn auch eher eines, das die gute Laune trüben mag, so der Tenor der befragten Mütter: Etwa 200 bis 400 Euro koste ein neues Outfit, der Preisrahmen sei nach oben offen. Gebrauchte Kleider werden etwa für die Hälfte des Neupreises angeboten. Nach einem gebrauchten Kleid zu schauen sei angesichts der kurzen Tragedauer durchweg vernünftig, so Katharina Pohl, die das Kleid ihrer Tochter zum Kauf anbot: „Wir waren selbst im letzten Jahr zum ersten Mal hier, wollten uns eigentlich nur einen Überblick über die aktuellen Kleider verschaffen und haben ganz spontan ein Kleid gekauft – das war alles wunderbar unkompliziert.“

Auch Katharina Schmedt und ihre Tochter Carlotta waren am Samstag eher spontan zur Börse gekommen. „Wir wollten hier ein Gefühl dafür kriegen, welche Kleider und Stile es gibt“, sagte Katharina Schmedt, während Tochter Carlotta bereits ins erste Outfit schlüpfte und mit pinken Socken zum weißen Kleid die umherstehenden Mütter entzückte. Nein, ein gebrauchtes und gereinigtes Kleid sei kein Problem, sagte Schmedt auf Nachfrage: „Beim Brautkleid habe ich damals tatsächlich nicht dran gedacht, aber wenn es das passende Kleid gewesen wäre – warum nicht?“ Das dachte sich auch Carlotta, die während des Gesprächs schon zwei weitere Kleider anprobierte und kaum zu bremsen war. Eine Auswahl von mehr als einem Dutzend weiterer Kleider sollte noch auf sie warten.