Köln Marathon: Feuerwehrmann aus Sankt Augustin reanimiert Mann

Sankt Augustiner beim Marathon in Köln : Feuerwehrmann unterbricht Lauf und rettet Mann das Leben

Feuerwehrmann Roman Hopp aus Sankt Augustin ging am Sonntag beim Marathon in Köln an den Start. Seine anvisierte Zeit hat der 34-Jährige zwar verpasst, dafür aber ein Leben gerettet. Für seinen Einsatz, den Hopp als selbstverständlich empfindet, erntet der Wehrmann viel Lob.

Die anvisierte Zeit von 3:30 Stunden hat er verfehlt - dafür aber ein Leben gerettet. Roman Hopp hatte sich gut vorbereitet, um beim Köln Marathon die Distanz über 42,195 Kilometern in einer guten Zeit zu schaffen. Und tatsächlich lief auch alles wunderbar. Bei Kilometer 30 aber meldete sich der 34-jährige Feuerwehrmann in ihm. "Ich lief gerade durch eine Unterführung, als ich aus den Augenwinkeln bemerkte, dass da was nicht stimmte", erzählt Hopp dem GA. Passanten standen um einen offenbar unglücklich gestürzten Mann, der das Bewusstsein verloren hatte. Beherzt griff Hopp ein.

Schnell war klar, dass die Probleme ernst waren. "Wahrscheinlich hatte er seine Zunge verschluckt. Ich musste sofort eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen." Während er den Mann reanimierte, trafen Streckenposten ein, die Hopp Handschuhe reichten und das Opfer in eine Decke wickelten. Bis der alarmierte Rettungswagen eintraf, hatte Hopp den Mann soweit stabilisiert, dass dieser selbstständig atmen konnte. "Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit hat Roman diesem Mann dadurch das Leben gerettet. Denn nach wenigen Minuten ohne eigene Atmung und Sauerstoff kann dieser Zustand zum Tode führen", schreiben seine Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Sankt Augustin auf Facebook. "Wir ziehen unseren Hut vor seiner sportlichen Leistung, doch noch mehr vor Romans Zivilcourage und seinem Mut, in solch einer schwierigen Situation einen kühlen Kopf zu bewahren."

"Ich habe ja nur meinen Job getan", sagt Hopp. "Als Angehöriger der Feuerwehr bist Du auch in deiner Freizeit im Einsatz." Hopp ist Feuerwehrmann mit Leib und Seele, und zwar so sehr, dass er mittlerweile sogar seinen ursprünglich erlernten Beruf als Anlagenmechaniker an den Nagel gehängt hat und eine Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann macht. Deshalb erreichte die Redaktion ihn auch beim Praktikum auf der Intensivstation im Krankenhaus in Hilden. Seine Ausbildung macht er an der Feuerwehrschule in Düsseldorf. "Das sind super Bedingungen dort", schwärmt er.

Als Hopp den Mann in guten Händen wusste, hat er seinen Lauf fortgesetzt. "Aber ich war aus dem Rhythmus, und ausgekühlt war ich wohl auch. Die restlichen zwölf Kilometer waren furchtbar. Ich habe die ganze Zeit gekrampft, aber ich bin durchs Ziel gelaufen."

Hopp selbst sieht seinen Einsatz völlig selbstverständlich. "Erste Hilfe kann doch jeder", meint er. "Jeder kann helfen, egal wie schwierig die Situation ist, irgendetwas kann man immer tun." Die Löschgruppe Buisdorf ist stolz auf ihren Kameraden: "Auch wenn du dich nicht als Helden ansiehst, wir sehen das ein bisschen anders." Seine Frau Karolin auch: "Held!", schreibt sie, begleitet von drei roten Herzen.

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