Kitas in Sankt Augustin benötigen bis 2030 34 zusätzliche Gruppen

Kinderbetreuung in der Region : In Sankt Augustin fehlen aktuell 24 Kita-Gruppen

In Sankt Augustin fehlen aktuell 24 Kita-Gruppen. Bis 2030 soll sogar ein Bedarf von zusätzlichen 34 Gruppen entstehen. Die Stadt schlägt Standorte für neue Einrichtungen vor. Container, die zuvor Geflüchtete aufgenommen haben, sollen dafür nun genutzt werden.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bis 2030 besteht in der Stadt Sankt Augustin ein Bedarf an 34 zusätzlichen Gruppen in Kindertagesstätten. Bereits im gerade gestarteten Kindergartenjahr fehlen 24 Gruppen. 105 stehen derzeit zur Verfügung, 129 sollten es laut Verwaltung sein - um 105 Prozent der Kinder über drei Jahren sowie 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Platz bieten zu können. Deshalb hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der Verwaltung in den vergangenen Monaten weitere geeignete Standorte für neue Kitas ermittelt. Unter Hochdruck, wie die Stadt nun mitteilte.

Das Ergebnis legt sie dem Jugendhilfeausschuss, dem Gebäude- und Bewirtschaftungsausschuss sowie dem Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss am Mittwoch, 2. Oktober, in einer gemeinsamen Sitzung vor. Dass die Stadt beim Ausbau aufs Tempo drücken und Neubau- sowie Vorlaufprojekte beschleunigen soll, hat der Rat im Mai beschlossen. Den Anstoß dazu hatten die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP mit einem gemeinsamen Antrag unter dem Titel "Vorfahrt für den Kita-Neubau" gegeben, da sie einen deutlichen Handlungsbedarf bei der Umsetzung neuer Einrichtungen sahen.

In der dezernatsübergreifenden Projektgruppe Kita-Bau treffen sich Bürgermeister Klaus Schumacher und die beiden Dezernenten Rainer Gleß und Ali Dogan alle zwei Wochen mit den zuständigen Fachbereichen. "In der Arbeitsgruppe sitzen alle Disziplinen, die beim Bau von Kitas beteiligt sind, an einem Tisch. So können mögliche Standorte unmittelbar und ohne Reibungsverluste abgestimmt werden", so Schumacher. "In kurzer Zeit konnten wir so eine ganze Reihe von Standortvorschlägen erarbeiten."

Fünf neue Standorte sind dabei herausgekommen. Dazu gehören die Container der Übergangswohnheime für Geflüchtete an der Richthofenstraße in Hangelar sowie an der Husarenstraße in Sankt Augustin-Ort. An beiden Standorten könnten übergangsweise je vier Kita-Gruppen untergebracht werden. Dazu sollen die angemieteten Container vom Hersteller vollständig entkernt und mit neuen Wänden, Böden und Sanitäranlagen ausgestattet werden. Das Interim in Hangelar solle bereits in diesem und dem kommendem Jahr umgesetzt werden, so die Stadt. Im Ort könnte es 2020/2021 soweit sein.

Eine neue Kita prüft die Verwaltung zudem in Birlinghoven an der Straße Zur Kleinbahn. Dort sei maximal eine dreigruppige Einrichtung möglich, teilt die Verwaltung mit. "Seitens eines Trägers wurde bereits Interesse am Betrieb und der Errichtung der Einrichtung geäußert." Sie könnte 2022/2023 umgesetzt werden. Sechs Gruppen könnten künftig in einer Kita an der Marktstraße in Menden untergebracht werden. Sie ist Teil des städtebaulichen Entwurfs zum Bebauungsplan für das ehemalige Gärtnereigelände. Überlegungen gibt es zudem, auf dem Bundeswehrstandort "Niederbergkaserne" eine Einrichtung mit vier Gruppen zu bauen, von denen eine den Kindern von Bediensteten der Bundespolizei und Bundeswehr vorgehalten werden soll. Bereits beschlossen sind die Kita-Standorte am Niederpleiser Kreisel, an der Wellenstraße und der Großenbuschstraße.

In Buisdorf an der Deichstraße ist inzwischen ein Generalübernehmer beauftragt. SPD, Grüne und FDP reagieren positiv auf die Ergebnisse der Arbeitsgruppe. Kurzfristig könnten mehr als zehn neue Gruppen geschaffen werden. Das sei gut für die jungen Familien in der Stadt. Die Vorlage sei aber erst ein Anfang. "Gerade bei den Neubauprojekten müssen nun die Informationen konkretisiert und die verschiedenen notwendigen Schritte auf einer Zeitschiene dargestellt werden, damit die Projekte zügig vorankommen", teilen Marc Knülle (SPD), Martin Metz (Grüne) und Stefanie Jung (FDP) mit.Die Sitzung beginnt am Mittwoch, 2. Oktober, 18 Uhr, im Sitzungssaal 4.15 des Technischen Rathauses, An der Post 19 in Sankt Augustin.

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