GA-Serie: 40 Jahre Stadt Sankt Augustin: Kennenlernen und basteln im Sankt Augustiner „Club“

GA-Serie: 40 Jahre Stadt Sankt Augustin : Kennenlernen und basteln im Sankt Augustiner „Club“

Die Begegnungsstätte am Markt hält seit vier Jahrzehnten ein vielfältiges Angebot unter anderem mit Nordic Walking, Radfahren Malkursen, einer Ideenwerkstatt und Wandern bereit. 46 Ehrenamtler helfen mit.

Mit einem vielfältigen Angebot zieht die Begegnungsstätte „Club“ in Sankt Augustin seit 40 Jahren Bürger an, sei es zum Häkeln, Schach spielen oder Wandern. Im Oktober 1977 gründete ein Sozialarbeiter der Stadt Sankt Augustin den „Club“ auf dem Karl-Gatzweiler-Platz, direkt neben dem Rathaus. Angeregt hatte er einen Ort, an dem Jung und Alt sich begegnen. „Heute sind nur die Senioren geblieben“, sagt Gudrun Ginkel, Leiterin der Begegnungsstätte. „Bürger ab 50 Jahren besuchen unsere Räumlichkeiten.“ Die älteste Teilnehmerin sei 91 Jahre alt. Da der Name „Altenstätte“ wenig Anklang fand, entschieden sich die Verantwortlichen damals für die moderne und unverbindliche Bezeichnung „Club“.

Reisen über mehrere Tage bot der „Club“ in den ersten Jahren an. Dieses aktive Angebot behält Ginkel, seit sie vor rund acht Jahren die Leitung übernahm, bei. So kümmert sie sich unter anderem um das Wochenprogramm. Ein Programmpunkt begeistert die Bürger seit 40 Jahren besonders: Seit der Gründung des „Clubs“ besteht eine Radfahrer-Gruppe, die sich einmal im Monat trifft und etwas weiter entfernte Ziele wie etwa das Ahrtal durchquert.

Sportliche Angebote

Weitere sportliche Angebote wie Wandern und Nordic Walking gibt es seit einigen Jahren. Gut eignen sich laut Ginkel die monatlichen Halb- oder Ganztagesfahrten für Interessierte, die das Programm des „Clubs“ einmal unverbindlich testen möchten. „Es ist für jeden etwas dabei“, so die Leiterin. „Jeden Tag gibt es verschiedene Angebote. Beliebt sind der Seniorennachmittag mittwochs und die Ideenwerkstatt donnerstags.“ Manchmal würden bis zu 50 Personen zu der Ideenwerkstatt kommen, bei der die Teilnehmer gemeinsam basteln, häkeln oder töpfern.

Jeden dritten Donnerstag im Monat lassen die Senioren zu einem anderen Thema ihrer Kreativität freien Lauf. Diesen Monat bot sich eines sehr gut an: Weihnachten. So bastelte eine Gruppe Tannenbäume und Engel aus Papier in grün und rot, während zwei Frauen sich etwas ganz anderem widmeten: Mit einer Strickliesel stellten Gertrud Hoppe und Ursula Kohmbüchen farbenfrohe Strampler und Strümpfe im Puppenformat her.

So viele Veranstaltungen wie möglich

Bereits seit neun Jahren nimmt Hoppe das „Club“-Angebot regelmäßig wahr. Jeden Mittwoch hilft sie beim Seniorennachmittag mit, und die Ideenwerkstatt besucht sie seit ihrer Gründung vor drei Jahren jeden Monat. „Ich möchte jedes Angebot nutzen“, sagt Hoppe. „Deswegen komme ich zu so vielen Veranstaltungen, wie möglich.“ Durch den „Club“ habe sie außerdem erstmals mit Filz gearbeitet. „Die Ideenwerkstatt macht besonders viel Spaß und ist immer gut besucht.“

Gemeinsam mit Ursula Kohmbüchen hat sie für das diesjährige Adventscafé am Mittwoch, 29. November, mehr als 100 Sterne gebastelt. Schon jetzt hängen sie im großen Ratssaal, in dem das Adventscafé um 14 Uhr beginnt, und stimmen auf die bevorstehende Adventszeit ein. Auch Kohmbüchen besucht die Ideenwerkstatt von Anfang an und nimmt regelmäßig teil. Ansprechend ist das vielfältige Programm ihrer Meinung nach, und sie ist sich sicher: „Hier findet jeder das Passende für sich.“

Zur Kreativität anregen

So auch sieben Frauen, die sich in der Ideenwerkstatt auf die Herstellung von Fröbelsternen aus Faltstreifen spezialisiert hatten. Konzentriert legten sie die schmalen Streifen so übereinander, dass am Ende ein rot-weißer Stern entstand. In den Räumlichkeiten des „Clubs“ regen die vielen Kunstwerke, die aus den vergangenen Ideenwerkstätten hervorgegangen sind, zur Kreativität an: So schmücken zahlreiche Aquarellbilder die Wände und zeigen naturalistische Darstellungen von Tieren aus dem Wald oder ruhige Landschaften. Unter der Leitung von Christiane Rosenthal sind die Werke in den vergangenen drei Jahren entstanden. Sie ist eine von insgesamt 46 Ehrenamtlern, die im „Club“ tätig sind. Vor allem schätzt Rosenthal das „Kennenlernen untereinander“.

„Wir sind eine feste, offene Gruppe. Neue Gesichter sind immer gern gesehen“, so die gelernte Ergotherapeutin. Ein Zusammentreffen von Jung und Alt gibt es dieses Jahr, obwohl inzwischen meist Senioren das Angebot nutzen: Am Mittwoch, 6. Dezember, übergeben Grundschulkinder ihren geschmückten Weihnachtsbaum auf der Marktplatte an Bürgermeister Klaus Schumacher. Auch die Senioren vom „Club“ sind dabei, denn ihre selbst gemachten Figuren werden ebenfalls an dem Baum hängen. „Wir hoffen auf einen milden Winter. Die meisten Figuren sind nicht regenfest“, so Ginkel.

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