Kita-Plätze in Sankt Augustin: Keine weitere Kita in Hangelar

Kita-Plätze in Sankt Augustin : Keine weitere Kita in Hangelar

Die Stadt Sankt Augustin kann sich für die Einrichtung an der Anton-Groß-Straße in Hangelar nicht mit den Träger über Zuschüsse einigen. Eine dreigruppige Einrichtung war für das kommende Jahr fest eingeplant.

In Hangelar wird zunächst keine weitere dreigruppige Kindertagesstätte auf dem Grundstück zwischen Friedrichstraße und Anton-Groß-Straße entstehen. Das teilte Marc Serafin, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend, Schule, am Dienstagabend im Unterausschuss „Tagesbetreuung für Kinder“ mit. Dort hatten laut Stadt Sankt Augustin die gemeinnützige evangelische Gesellschaft für Kinder, Jugend und Familie (KJF) sowie die Axenfeld-Gesellschaft als Grundstückeigentümer Interesse bekundet, noch eine Einrichtung zu betreiben. Die KJF ist bereits Träger der Kita an der Friedrichstraße. „Wir sind uns in den Verhandlungen nicht einig geworden“, so Serafin. Es habe Differenzen beim Mietpreiszuschuss und dem Trägeranteil gegeben.

Die Verwaltung hatte gehofft, auf dem Grundstück kurzfristig weitere Kitaplätze realisieren zu können. Beabsichtigt war, das bestehende Gebäude an der Friedrichstraße zu spiegeln, sodass zwei eigenständige Gebäude mit eigenen Eingängen und einem großen Hof in der Mitte entstanden wären. Zuletzt hatte die Stadt den Unterausschuss im März über den Stand der Verhandlungen informiert. Mietzuschuss und Trägeranteil seien noch zu verhandeln, hieß es damals. Das Projekt stehe daher vor dem Abschluss.

Die zusätzliche dreigruppige Einrichtung in Hangelar hatte die Stadt in ihrer Ausbauplanung für 2020 bereits fest eingeplant. Denn die Kinderzahl in der Stadt steigt stetig an und damit auch der Bedarf an Kitaplätzen. Zum kommenden Kindergartenjahr fehlen laut Bedarfsplanung, wie berichtet, 289 Betreuungsplätze in Sankt Augustin. Davon entfallen 132 auf Kinder unter drei Jahren und 157 auf Mädchen und Jungen, die drei Jahre oder älter sind. Die Stadt werde noch einmal auf die Axenfeld-Gesellschaft zugehen, ob Verkaufsabsichten für das Grundstück oder sonstige Absichten bestehen, sagte Ali Dogan, Beigeordneter der Stadt.

Um künftig eine politische Handlungsmaxime für Verhandlungen mit potenziellen Trägern zu haben, will die Stadt nun zudem den Unterausschuss Haushaltskonsolidierung beteiligen und sich eine Handlungsweisung einholen – zumindest für die Konstellationen, in denen die Stadt Grundstückseigentümer ist und mit einem Träger verhandelt. Dafür gebe es bislang keine einheitliche Grundlage, so Dogan.

Online-Anmeldesystem ,,Little-Bird" sorgt für Uneinigkeiten

Der Unterausschuss „Tagesbetreuung für Kinder“ beschäftigte sich in seiner Sitzung zudem mit „Little Bird“, dem Online-Anmeldesystem für Kindergartenplätze. Dieses nutzt die Stadt Sankt Augustin seit 2016. Laut Silke Lehrmann, Fachdienstleiterin Frühkindliche Bildung, hat es in der Vergangenheit den einen oder anderen Stolperstein sowie gefühlt einige Unzulänglichkeiten mit dem Programm gegeben. Deshalb hatte die Stadt im März eine Umfrage unter den Kitaleitungen gestartet, die mit dem Onlinesystem arbeiten. Denn: Die Einrichtungen der katholischen Kirche nutzen „Little Bird“ nicht. „Unser wesentlicher Fokus war herauszufinden, was die größten Stolpersteine sind, die wir angehen müssen“, so Lehrmann.

Bislang hat die Stadt von 18 Kita-Leitungen Rückmeldungen zur Umfrage erhalten. „Wir bewerten das Ergebnis der Befragung als mittleren Zustimmungswert“, sagte Serafin. „'Little Bird' wird von den Praktikern nicht total negativ bewertet.“ Als Kritikpunkte führten die Leitungen etwa die unübersichtliche Bedienoberfläche, die vielen Klicks, die es pro Aktion brauche, oder zu wenige Pflichtfelder an.

Parallel zur Umfrage informierte sich die Stadt alternativ über das Anmeldesystem „Kita-Plus“. Diesen Anbieter nutzt des Jugendamt des Rhein-Sieg-Kreises ab dem Herbst, nachdem der Kreis den Vertrag mit „Little Bird“ gekündigt hatte. Einen Anbieterwechsel soll es in Sankt Augustin zunächst aber nicht geben. „Wir haben gesagt, 'Kita-Plus' ist auch nicht das Programm, das alle Ansprüche erfüllt“, sagte Lehrmann. „Wir haben seitens der Verwaltung keine deutliche Überlegenheit gegenüber 'Little Bird' festgestellt.“ Die Stadt werde deshalb bei der bisherigen Software bleiben. „Wir werden aber schauen, dass wir mit 'Little Bird' anhand konkreter Fragestellungen eine Verbesserung erzielen können.“ Dazu sollen dem Anbieter auch Fristen gesetzt werden.

In der kommenden Sitzung will die Verwaltung erneut über den Sachstand informieren. Marc Serafin: „Ich hoffe, dann kann ich klare Fristen oder positive Verbesserungen mitteilen.“

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