Weiberfastnachtsparty in Sankt Augustin: Karneval sicher feiern

Weiberfastnachtsparty in Sankt Augustin : Karneval sicher feiern

Karneval feiern in einem abgesperrten Bereich mit Einlasskontrollen, altersabhängigem Bierausschank und unter den Augen jeder Menge Ordnungshüter - kann das Jugendlichen an Weiberfastnacht Lust auf Schwofen und Schunkeln unter freiem Himmel machen?

Es kann, sagen die Verantwortlichen der Weiberfastnachtsparty auf dem Karl-Gatzweiler-Platz in Sankt Augustin. Ob des Erfolges des Konzeptes ist für Weiberfastnacht eine Neuauflage der Party "Schunkeln ohne Schnaps und Scherben" geplant.

Kontrolliert feiern auf dem Markt, "ohne sich zu verausgaben", wie Sankt Augustins Bürgermeister Klaus Schumacher sagt - mit dem Gedanken können sich nicht nur immer mehr Jugendliche, sondern auch mehr und mehr Eltern anfreunden: "Die tragen das gedanklich mit", so Schumacher. Das liegt vor allem daran, dass die Party aus Sicht von Willi Schlüssel, Leiter der Sankt Augustiner Polizei, "zu der sichersten im Rhein-Sieg-Kreis gehört".

Der Weg dorthin war freilich ein hindernisreicher, wie Ingo Junker vom Stadtjugendring weiß. Während der ersten Karnevalsparty 2004, die eine "offene Veranstaltung" mit Musik auf dem Gatzweiler-Platz war, mussten die Organisatoren viel Lehrgeld zahlen.

Der Alkohol floss unkontrolliert und in Strömen. Im Ergebnis führte das zu Schnapsleichen, Schlägereien und Verletzten. Dafür sorgte ein Meer von Glas- und Flaschenscherben, die auf der Marktplatte lagen. Bilanz der ersten Party mit 1200 Teilnehmern: 22 Jugendliche hatten Alkoholvergiftungen, 18 waren verletzt, 5 mussten ins Krankenhaus gebracht werden und bei Vieren musste sogar der Notarzt ran.

Das ließ Junker und seine Helfer 2005 über ein neues Konzept nachdenken. Kerngedanke: Es soll gefeiert werden, aber kontrolliert. Sprich die Marktplatte wird abgesperrt, ein Sicherheitsdienst kontrolliert, Polizei und Ordnungsamt haben auf der Partymeile ein Auge auf die Jugendlichen - und ganz wichtig: Hochprozentiges darf von den über 16-Jährigen nicht mitgenommen werden, und für jüngere gilt generelles Alkoholverbot.

Harry Liedke vom Jugendamt glaubt dabei trotzdem an Prävention: "Was sonst leicht ausufert, können wir so in maßvolle Bahnen lenken." Zur Umsetzung des Konzeptes holte man nicht nur Stadt und Polizei mit ins Boot, sondern auch die Schülervertretungen des Rhein-Sieg-Gymnasiums und des Albert-Einstein-Gymnasiums.

Und das Konzept zeigte Wirkung: Trotz steigenden Teilnehmerzahlen gab es weniger Zwischenfälle. 2008 zählte Junker 3500 Teilnehmer und 25 Vorfälle.

Da in diesem Jahr noch mehr für Sicherheit und Organisation getan werden soll, steuerten die VR-Bank Rhein-Sieg sowie die Provinzial Versicherung je 2000 Euro zu der insgesamt 6000 Euro teuren Fete bei. Auch die Schüler machen mit: Sie spenden nicht nur 600 Euro, sondern räumen anschließend auch den Platz wieder besenrein auf, so Schumacher.

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