Kritik von Klaus Schumacher und SPD: Jobcenter in Sankt Augustin prüft Umzug

Kritik von Klaus Schumacher und SPD : Jobcenter in Sankt Augustin prüft Umzug

Das Jobcenter im Sankt Augustiner Zentrum will die Räume in der Konrad-Adenauer-Stiftung und im Technopark aufgeben und neu bauen. Bürgermeister Klaus Schumacher und die SPD kritisieren schlechtere Erreichbarkeit.

Das Jobcenter Rhein-Sieg prüft, vom Sankt Augustiner Stadtzentrum ins Gewerbegebiet Einsteinstraße zu ziehen. Das geht aus einer Mitteilung der SPD Rhein-Sieg hervor, die am Freitag die Umzugspläne publik gemacht hat und kritisiert: Das Jobcenter dürfe seine Kunden nicht ins schlecht erreichbare Gewerbegebiet „abschieben“2, sagte Kreistagsmitglied und Sankt Augustins SPD-Vorsitzender Denis Waldästl. Sowohl die Kreisverwaltung als auch die Stadtverwaltung in Sankt Augustin bestätigen die Umzugsüberlegungen. Jobcenter-Geschäftsführer Ralf Holtkötter betonte: „Die Pläne sind seit Jahren bekannt und längst ein alter Hut.“

Das Jobcenter verfügt über sieben Geschäftsstellen im Kreisgebiet, darunter eine Geschäftsstelle im Gebäude der Adenauer-Stiftung am Karl-Gatzweiler-Platz im Zentrum. Aus Platzgründen hatte das Jobcenter bereits vor einigen Jahren seine Verwaltung in den Technopark an der Rathausallee ausgelagert. „Bereits damals haben wir angekündigt, alles wieder unter einem Dach haben zu wollen“, erinnert Holtkötter: „Wir sind jetzt in einem 1970er-Jahre-Bau, der Sanierungsbedarf hat. Und es ist ein Gebäude, das ursprünglich nicht für Publikumsverkehr gebaut wurde. Daher schauen wir nach Alternativen.“

Die Trägerversammlung des Jobcenters, in der Vertreter aus Politik, Kreisverwaltung und Agentur für Arbeit sitzen, habe den Auftrag zur Prüfung erteilt und werde später über die Realisierung entscheiden. „Wir haben eine Wirtschaftlichkeitsberechnung gemacht, und die sagt eindeutig, dass ein Neubau energetisch sinnvoller, günstiger und für alle Beteiligten besser ist“, so der Geschäftsführer: „Natürlich haben wir sämtliche Mitarbeiter- und auch Kundeninteressen im Blick: Es würden moderne, zeitgemäße Räume gebaut, die zudem von zwei Buslinien aus gut erreichbar sind. Wer aus dem Zentrum kommt, fährt vier Stationen länger als bislang. Und wir hätten dann auch eigene Parkplätze.“

Die Kritik der SPD teilte Holtkötter ebenso wenig wie die Kreisverwaltung. Kreis-Sprecherin Daniela Blumenthaler betonte: „Es sind interne Überlegungen, es ist nichts entscheidungsreif, daher gab es auch noch keine Kommunikation nach außen.“ Die Trägerversammlung habe darüber beraten, „und zwar nur in den nicht-öffentlichen Sitzungen.“ Auch im Sankt Augustiner Rathaus hat man bereits Kenntnis von den Umzugsplänen. „Die Verwaltung des Jobcenters war und ist dazu in Gesprächen mit der Stadtverwaltung und der Wirtschaftsförderung. In der nächsten Woche sollen die Pläne im Rathaus vorgestellt werden, um den Abgleich mit dem Planungsrecht machen zu können“, sagte Stadtsprecherin Eva Stocksiefen.

Mit dem Umzug würden im Gewerbegebiet Büros auf einer bislang für produzierendes Gewerbe reservierten Fläche eingerichtet. Bürgermeister Klaus Schumacher hält den Standort im Gewerbegebiet „nicht für optimal. Für die Kunden des Jobcenters würde die Erreichbarkeit deutlich eingeschränkt. Wir können den Bedarf grundsätzlich verstehen, wünschen uns aber, dass das Jobcenter am Standort bleibt.“

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