H-BRS: So war die Absolventenfeier im Telekom Dome in Bonn

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg : 500 Absolventen der Hochschule feiern im Telekom Dome

Fast 500 Absolventen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg haben am Samstagabend ihren Abschluss im Telekom Dome gefeiert. Ein nicht unerheblicher Teil der Alumni will den Standortvorteil Bonns nutzen und in der Region bleiben.

Werfen, jubeln, freuen: Fast 500 Barette fliegen am Samstag im Telekom Dome in Bonn in die Luft, ein Schwarm aus schwarzen Stoffhüten, der für einen kurzen Moment aufsteigt und damit einen neuen Lebensabschnitt symbolisiert. Knapp die Hälfte der mehr als 1000 Absolventen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) nimmt mit dieser Geste Abschied von ihrer Alma Mater und von ihrem Studium, von ihren Kommilitonen und Freunden, von einer Zeit aus Stress und Party gleichermaßen.

Seit 20 Jahren lädt die H-BRS zu dieser Zeremonie ein, weitaus länger als etwa die Universität Bonn. Es gehört einfach dazu, das Bild der einstigen Studierenden in ihren Talaren, die noch ein letztes Mal auf einer großen Bühne zusammenkommen, bevor sie Beruf und Alltag in alle Winde verstreuen werden. Für sie wird jetzt alles anders. Ernsthafter. Und in gewisser Weise weitaus herausfordernder als noch während des Studiums.

Wie unterschiedlich diese beiden Welten der Studierenden und der jungen Berufstätigen doch sein können, zeigen die Reden von Elektrotechnik-Absolventin Deborah Wolter und dem Festredner Norbert Röttgen, seines Zeichens Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag. Die eine ein Blick zurück, die andere einer nach vorn. Hier die Erinnerung an Prüfungsphasen, die aufgrund mangelnder Vorbereitung und der permanenten Ablenkung durch Handy-Spiele wie Candy Crush schwerer wurden als nötig, dort die Hoffnung, dass die jungen Erwachsenen nicht als Bürgerinnen und Bürger erschlaffen, sondern Verantwortung für sich und andere übernehmen.

Raunaf Miliha Shayeni Shinin war mit 19 Monaten wahrscheinlich der jüngste Talar-Träger an diesem Tag. Foto: Thomas Kölsch

„Wir leben in revolutionären Zeiten“

Wolter fordert ihre Kommilitonen zur Teilnahme an Umfragen via Smartphone auf, Röttgen zur aktiven Partizipation am politischen Geschehen. "Wir leben nicht in normalen, sondern in revolutionären Zeiten", betont Röttgen und verweist auf eine ähnliche Rede, die er vor drei Wochen an der Deutschen Universität in Kairo gehalten hat, "vor Menschen wie Ihnen, die in und auf ihr Leben schauen und entschlossen sind, etwas daraus zu machen".

Möglichkeiten gibt es für die Absolventen der H-BRS mehr als genug, auch in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis, wie neben der stellvertretenden Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises, Notburga Kunert, vor allem der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan in seinem Grußwort betonte. Ähnlich äußerte sich Hochschulpräsident Hartmut Ihne, der in seiner ausführlichen Rede nicht nur wie Röttgen die Verantwortung für die Demokratie hervorhob, der sich ein jeder stellen müsse, sondern auch auf die Bedeutung der Regionen im weltweiten Wettbewerb hinwies: "Geopolitisch und globalwirtschaftlich betrachtet, sind sie mit ihren vielfältigen Akteuren die eigentlichen Kerne der Globalisierung."

Großer Teil der Studierenden bleibt in der Region

Ein nicht unerheblicher Teil der Studierenden wird diesen Standortvorteil nutzen und in der Gegend bleiben, sei es nun, um einen Job zu finden oder um wie Deborah Wolter noch einen Master-Abschluss zu verfolgen und dem Hochschulleben noch ein wenig länger treu zu bleiben. Doch all das sind Gedanken für einen anderen Tag.

An diesem soll stattdessen gefeiert werden. Und zwar mit Nachdruck. Dafür sorgt schon während der Veranstaltung die Deluxe Band von First Class Entertainment, die zwischen den Reden ordentlich Gas gibt, auch mal ins Publikum wandert und im Anschluss an das traditionelle Werfen der Hüte auch im Foyer des Telekom Domes für die Absolventen und ihre Angehörigen aufspielt. Außerdem können sich die neuen Alumni ihre Schmuckurkunde an einem eigens dafür errichteten Stand abholen und noch einmal mit Kommilitonen und Dozenten sprechen. Und dann? Startet ein neues Leben. Und zwar möglichst ohne Candy Crush.

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