Sicher und pünktlich in Niederpleis: Grundschüler kommen mit dem Walking Bus zur Schule

Sicher und pünktlich in Niederpleis : Grundschüler kommen mit dem Walking Bus zur Schule

Zu Fuß in die Schule: Seit diesem Schuljahr können die Schüler mit dem Walking-Bus zur Grundschule Am Pleiser Wald in Sankt Augustin-Niederpleis kommen. 55 Mädchen und Jungen nutzen die Geh-Gehmeinschaft.

Um 7.34 Uhr hält der Walking Bus der Linie 3 an der Bahnstraße, um dann in zehn Minuten die Pleiserwald-Schule zu erreichen. Das Schild der „Bushaltestelle“ hat Rebecca aus der vierten Klasse gezeichnet. Sie war die Siegerin des schulinternen Wettbewerbs. Alle Kinder der Schule kennen diese und die übrigen Stationen des Walking-Bus-Systems. Sie wissen genau, wo sie zusteigen können, um dann gemeinsam mit Schulkameraden den Weg bis zur Gemeinschaftsgrundschule Am Pleiser Wald zurückzulegen. Zu Fuß – das Walking-Bus-System kommt ohne Fahrzeug aus, hat aber feste Linienführung, Haltestellen und Abfahrtszeiten.

Am vergangenen Dienstag wurde das Schild von dem Ersten Beigeordneten Rainer Gleß gemeinsam mit Schulleiter Alexander Diel enthüllt. „Wir bringen die Kinder in Bewegung, fördern Selbstständigkeit und erziehen sie zu verantwortungsbewussten Verkehrsteilnehmern“, sagte der Schulleiter. „Der Walking Bus ist eine sichere Möglichkeit, zur Schule zu kommen“, sagte Diel.

Man könne schon jetzt feststellen, dass die Kinder wesentlich entspannter ankommen. „Wir hoffen natürlich auf Nachahmer im Stadtgebiet, denn das Projekt ist großartig“, warb Diel für den Walking Bus, der von den Eltern auf seine Anregung hin initiiert wurde.

„Wir waren ein Team, in dem jeder seinen Teil beigetragen hat“, erklärte Elternvertreterin Nicole Koll die Entstehung. „Der Tipp kam von Alexander Diel, aber wir haben ihn sehr gerne aufgenommen“, sagte Koll. Derzeit nutzen etwa 55 Kinder den Walking Bus, der auf zehn unterschiedlichen Linien sternförmig auf die Schule zufährt. Maximal 15 Kinder gehen auf jeder Strecke mit. Am Anfang sind die Eltern noch die Busfahrer, sie geben jedoch ihre Verantwortung nach einer gewissen Zeit an die älteren Kinder ab. Die weiteste Strecke haben die Kinder aus der Nordstraße, die schon mal 24 bis 26 Minuten benötigen.

Das Tolle: Die Kinder sind pünktlich um 7.45 Uhr an der Schule. „Da ist der Walking Bus zuverlässiger als der Schulbus“, sind sich Koll und Diel einig. Die Eltern leisteten dabei beachtliche Vorbereitungen. Sie erstellten ein Kataster, malten Bilder für die Bushaltestellen und klügelten Strecken aus. „Das war nicht immer einfach, denn die unterschiedlichen Buslinien sollten sich nicht begegnen, damit es nicht zu chaotisch wird“, erinnert sich Nicole Koll.

Besonders viel Unterstützung habe es vom Ordnungsamt von Yvonne Stieler und von der Polizei in Person von Karin Feuerstake gegeben. Sie sind am Anfang mit dem Fahrrad die Strecken abgefahren und haben wertvolle Tipps gegeben. So gibt es bei den Kindern den „Stoppstein“ an der Bordsteinkante oder die Vereinbarung, dass die Straße erst dann überquert wird, wenn wirklich alle Autos stehen.

„Das erinnert mich an meine Kindheit“, sagte Rainer Gleß. „Auch wir haben Freunde abgeholt und sind dann in der Gruppe zur Schule gegangen.“ Das sei sichere Mobilität, denn in der Gruppe würden die Kinder nicht übersehen. Gleß hofft, dass dieses Projekt Wirkung zeigt. Auch von der Bezirksregierung gab es 5000 Euro zur Unterstützung.

60 bis 70 Prozent der Kinder nutzen inzwischen an der Pleiserwald-Schule den Walking Bus. Damit das auch so bleibt, werden die Eltern schon beim Begrüßungsabend auf dieses Projekt hingewiesen und um Mithilfe gebeten.

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