Glosse zum kostenlosen Internetzugang: Freies WLAN in der Kirche

Glosse zum kostenlosen Internetzugang : Freies WLAN in der Kirche

Die evangelische Kirchengemeinde Niederpleis und Mülldorf bietet vor allem mit Blick auf die Flüchtlinge einen kostenlosen Internetzugang an.

Freies WLAN – der Aufkleber an den Eingangstüren ist nicht zu übersehen. Wer ins Niederpleiser oder ins Mülldorfer Gemeindehaus tritt, kommt unweigerlich daran vorbei und weiß sofort Bescheid: Hier gibt es einen kostenfreien Internetzugang. Die Frage nach dem Warum drängt sich förmlich auf.

Inklusive Bildern von Gottesdienstbesuchern, die im Internet surfen, während sie doch eigentlich den Worten des Pfarrers folgen. Die verfliegen indes ebenso schnell wie sie gekommen sind, sobald Bernd Giernoth, IT-Beauftragter der evangelischen Kirchengemeinde Sankt Augustin Niederpleis und Mülldorf, die Frage nach dem Warum beantwortet. Der freie Zugang zum Internet soll in erster Linie Flüchtlingen helfen, mit ihren Verwandten und Freunden in der Heimat in Verbindung zu bleiben.

„Weil Post und Telefon in den Krisenregionen nicht mehr funktionieren, ist das Internet oft die einzige Möglichkeit“, so Giernorth. Das sei eine wichtige Erkenntnis aus den Gemeindeangeboten für Flüchtlinge gewesen. Also habe sich die Gemeinde entschieden „einfach mal“ zu machen. Sie hat nach einem Weg gesucht, freies WLAN anbieten und dabei die Störerhaftung umgehen zu können, und hat ihn schließlich auch gefunden.

Dank Freifunk haftet die Gemeinde nun nicht, wenn jemand in ihrem WLAN illegale Musik- oder Filmkopien verbreitet. Und dass der Internetverkehr über das Freifunk-Netzwerk langsamer ist, interessiert wohl niemanden, wenn er auf diesem Weg erfahren kann, dass es seinen Lieben gut geht.

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