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Hochschule Bonn/Rhein-Sieg und DLR: Forscher entwickeln Sensoren für mehr Sicherheit in öffentlichen Gebäuden

Hochschule Bonn/Rhein-Sieg und DLR : Forscher entwickeln Sensoren für mehr Sicherheit in öffentlichen Gebäuden

Der Schutz lebenswichtiger öffentlicher Einrichtungen ist Ziel eines Forschungsprojekts der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg und des Zentrums für Luft- und Raumfahrt. So werden Sensoren für die digitale Überwachung entwickelt.

Krankenhäuser und Feuerwehr, Wasserversorgung und Kraftwerke, Flughäfen und Straßen: Wie wichtig eine funktionierende Infrastruktur ist, zeigt sich besonders in Krisenzeiten. Gemeinsam forschen die Hochschule Bonn/Rhein-Sieg und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) jetzt für die öffentliche Sicherheit. Sie wollen Sensortechnik entwickeln, um lebenswichtige Einrichtungen zu überwachen. Am Freitag unterzeichneten Hochschulpräsident Professor Hartmut Ihne und Professor Bernhard Hoffschmidt, Gründungsdirektor des neuen Instituts für den Schutz terrestrischer Infrastrukturen, ein Kooperationsabkommen.

Die Hochschule und das neue DLR-Institut rücken damit auch räumlich enger zusammen. Auf dem Hochschulcampus in Rheinbach wird eine Arbeitsgruppe des DLR die Labore im Zentrum für Angewandte Forschung nutzen.

DLR-Neubau in Sankt Augustin geplant

In Sankt Augustin ist ein Neubau in unmittelbarer Nähe der Hochschule geplant, ein Grundstück steht jedoch noch nicht fest. Vorläufig ist das neue DLR-Institut in Räumen der Konrad-Adenauer-Stiftung am Rathaus untergekommen.

Laut Hoffschmidt soll dort Ende des Jahres ein Team von 20 Mitarbeitern arbeiten, das später auf mehr als 50 Kollegen wachsen soll. Hoffmann schätzt an Sankt Augustin nicht nur die gute Anbindung an den DLR-Standort in Köln-Porz, sondern auch den Zugang zu den Studenten, die als Hilfswissenschaftler in den Forschungseinrichtungen arbeiten könnten.

Forscher setzen auf Ideen der Studenten

„Mit den Promotionen kommen die guten, neuen Ideen“, so der Professor. An der Hochschule wird bereits an verschiedenen Dingen geforscht, die für die zivile Sicherheit wichtig sind, zum Beispiel an Lasern, die explosive Stoffe in Koffern nachweisen, und an Sensoren für Gefahrstoffe.

„Ohne Sensoren ist die digitale Welt blind“, erklärte Professor Peter Kaul, Direktor der Hochschul-Institute für Sicherheitsforschung und Detektionstechnologien. Es sei wichtig, dass die Sensoren genaue Ergebnisse liefern, um das digitale Bild nicht zu verzerren.

Cyber-Angriffe werden durchgespielt

In der Forschung geht es darum, Bedrohungen und ihre Folgen durchzuspielen. Um zu sehen, welche Auswirkungen zum Beispiel ein Stromausfall oder ein Cyber-Angriff auf ein Krankenhaus hätten, erzeugen die Wissenschaftler einen „digitalen Zwilling“. So können sie nach Lösungen suchen und schließlich auch das echte Krankenhaus widerstandsfähiger machen.

„Die Corona-Frage spült die Sicherheitstechnik nach oben. Wir sehen die Abhängigkeit unserer Gesellschaft von funktionierenden Systemen.

Wir sind letztlich alle systemrelevant“, sagte Ihne. Hoffschmidt ergänzte: „Wir werden systemisch verwundbar, aber wir sind auch systemisch in der Lage zu reagieren.“ Das sei eine Chance der Digitalisierung.

Im großen Konferenzraum, in dem die Verträge unterzeichnet wurden, lagen Masken bereit. Hoffschmidt verdeutlichte hier den praktischen Nutzen der Forschung: „Es wäre doch schön, wenn wir schon eher gegründet worden wären und jetzt Sensoren die Viruskonzentration in der Luft messen würden.“

Ihne sieht in der Kooperation die Chance für neue wissenschaftliche Perspektiven. „Außerdem besteht die Möglichkeit, der Region auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung ein stärkeres Profil zu geben.“ Die Nähe zur Bundespolizei in Hangelar ist dabei ebenfalls ein Vorteil.

Der geplante Neubau für das DLR-Institut soll nicht der letzte in Sankt Augustin sein. Ihne ist nach eigener Aussage bereits mit der Stadt im Gespräch, um den Wissenschaftscampus rund um die Hochschule weiter zu entwickeln. Neben außeruniversitären Forschungseinrichtungen sollen auch Unternehmen, die an Zukunftsthemen arbeiten, den Standort bereichern.